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Alles Wissenswerte über Zäume, verschiedene Reithalfter und Verschnallung

Da im Reitsport das Wohl des Pferdes im Vordergrund stehen sollte, sind Zaum- und Gebisskunde genauso von Bedeutung wie die Sattelkunde. Nicht nur unpassende Sättel sondern auch nicht passende oder falsch verschnallte Zäumungen können dem Pferd schaden, indem sie Schmerzen und Unbehagen beim Pferd auslösen. Die Folgen äußern sich in Rittigkeitsproblemen und verschlimmern sich zunehmend bis hin zu Verweigerung, Kopfschlagen oder Bocken – sofern man die Signale des Pferdes ignoriert und die Verschnallung oder Passform der Zäumung nicht hinterfragt.

In unserem Artikel zum Thema Zäume, möchten wir zunächst auf die einzelnen Komponenten eines Zaums sowie auf verschiedene Reithalfter, ihre Wirkungsweise und wie sie verschnallt werden, eingehen.

Des Weiteren haben wir einfache Tipps zusammengestellt, mit denen die Passform und Verschnallung eines Zaums mit einfachen Mitteln überprüft werden kann.

Der Aufbau eines Trensenzaums im Detail erklärt

Ein Trensenzaum besteht aus verschiedenen Komponenten, die alle eine bestimmte Aufgabe erfüllen. Durch das Zusammenspiel von Halt-, Wirk- und Zugelementen entfaltet das Zaumzeug seine Einwirkung auf den Pferdekopf.

  1. Kopfstück / Genickstück
    Das Genickstück erfüllt die tragende Kernfunktion einer Zäumung und liegt hinter den Ohren des Pferdes im Genick an. Das Genickstück sollte anatomisch zum jeweiligen Pferd passen. Aus diesem Grund bietet Kieffer hierfür verschiedene Varianten an, um möglichst vielen Pferden passformtechnisch gerecht zu werden.
  2. Stirnband
    Das Stirnband trägt dazu bei, dass das Genickstück an seiner Position bleibt und nicht hinter den Atlaswirbel verrutschen kann. Deshalb ist auch hier wichtig darauf zu achten, dass das Stirnband die richtige Länge hat. Ist es zu kurz, verzieht er das Genickstück nach vorn und es kann u.a. unangenehmer Druck auf die Ohrmuschel entstehen. Ist es zu lang, kann die haltende Funktion nicht mehr erfüllt werden.
  3. Backenstück
    Über die beiden Backenstücke, welche links und rechts im Genickstück eingeschnallt werden, wird über das im unteren Teil eingeschnallte Gebiss die Verbindung zum Pferdemaul hergestellt. Backenstücke sollten idealerweise senkrecht am Pferdekopf unterhalb des Jochbeins entlang laufen. Die Schnallen sollten dabei weder auf dem Jochbein noch auf dem Kiefergelenk aufliegen.
  4. Kehlriemen
    Der Kehlriemen dient dazu, das Pferd daran zu hindern, die Zäumung abzustreifen. Er sollte locker verschnallt werden, so dass eine geballte Faust in der Höhe zwischen Kehle und Riemen problemlos Platz findet.
  5. Kinnpolster
    Das Kinnpolster findet bei Kieffer sowohl bei englischen als auch schwedisch kombinierten Zäumen Verwendung und beugt Zwicken oder Druckstellen verursacht durch Metallschnallen vor.
  6. Nasenriemen
    Der Nasenriemen des Reithalfters trägt dazu bei, dass der durch die Zügeleinwirkung und das Gebiss entstehende Druck gleichmäßig auf Laden, Maul und Zunge verteilt wird. Des Weiteren stabilisiert er die Lage des Gebisses und begrenzt das Pferd darin, das Maul zu weit zu öffnen. Wichtig: der Nasenriemen soll nur sanft begrenzen und nicht zuschnüren.
  7. Zügel
    Über den Zügel, welcher mit dem Gebiss verschnallt wird, kommt die Verbindung zwischen Pferdemaul und Reiterhand zustande. Mit Hilfe der Zügel werden, je nach Gebiss verschiedene, Druckpunkte im Pferdemaul aktiviert, mit denen die Hilfen des Reiters weitergegeben werden.
  8. Gebiss
    Das Gebiss bildet das Mundstück des Zaums und ist in verschiedensten Ausführungen und Materialien erhältlich. Auch das Gebiss sollte individuell auf das Pferdemaul abgestimmt sein und natürlich die richtige Größe haben.
  9. Sperrriemen
    Der Sperrriemen – oder Pullriemen – ist ein Bestandteil eines kombinierten Reithalfters, wird zusätzlich zum Nasenriemen unterhalb des Gebisses verschnallt und soll das Pferd daran hindern, das Maul zu weit aufzusperren oder sich dem Zügel zu entziehen.

Der Grundaufbau eines Kandarenzaums ähnelt dem Trensenzaum bis auf den Unterschied, dass hier bedingt durch das Kandarengebiss vier Backenstücke und zwei Zügel erforderlich sind. Der Nasenriemen beim Kandarenzaum wird entweder englisch oder schwedisch verschnallt.


Die verschiedenen Kopfstücke von Kieffer im Überblick

Um möglichst vielen Pferden und ihren Bedürfnissen in puncto Tragekomfort gerecht zu werden, bieten wir unsere Zäume mit verschiedenen Kopfstücken und Reithalftern an. Pferde reagieren je nach Empfindlichkeit unterschiedlich auf die Beschaffenheit der Kopfstücke. Den Reithalftern widmen wir uns später – fangen wir mit den Kopfstücken an.

Das Genickstück sollte anatomisch zum Pferdekopf passen, damit die ideale Passform gewährleistet werden kann. Alle gepolsterten Varianten eignen sich besonders gut für Pferde, die im Genick sehr haut- und druckempfindlich sind. Die gepolsterten Varianten mit Ohrenausschnitt erlauben zusätzlich mehr Bewegungsspielraum für die Ohren und eignen sich daher gut für Pferde, die mehr Ohrenfreiheit benötigen. Aber auch unempfindliche Pferde haben nichts gegen den zusätzlichen Komfort einer weichen Polsterung einzuwenden.

Belinda

Dieses Standard-Kopfstück ist benannt nach einem Kieffer-Klassiker: dem Trensenzaum Belinda. Es ist gerade geschnitten, nicht gepolstert und wirkt dadurch sehr schlicht am Pferd. Der Kopfriemen des Reithalfters verläuft hier unter dem Kopfstück entlang über das Genick des Pferdes und wird einseitig verschnallt. Eignet sich für unempfindliche Pferde.

Ergonomic

Unser als Gebrauchsmuster geschütztes Kopfstück Ergonomic ist eine Weiterentwicklung des Klassikers Belinda. Der Kopfriemen des Reithalfters wird über das Genickstück geführt und ist für eine optisch-elegante Wirkung im Genickstück versenkt. Das Genickstück ist weich gepolstert für einen angenehmen Tragekomfort. Das Reithalfter wird einseitig verschnallt. Eignet sich für Pferde, die mit dem geraden Schnitt des Kopfstücks gut zurechtkommen und haut- und druckempfindlich sind.

Comfort

Unser als Gebrauchsmuster geschütztes und weich gepolsterte Kopfstück Comfort kombiniert die bewährten Vorteile des Kopfstückes Ergonomic mit einem innovativen Ohrenausschnitt am Genickstück, der mehr Freiheit für das Ohrenspiel erlaubt und je nach Pferd den Tragekomfort nochmals erhöhen kann. Der Kopfriemen des Reithalfters wird über das Genickstück geführt, darin versenkt und einseitig verschnallt. Eignet sich für Pferde, die mit dem Ohrenausschnitt gut zurechtkommen und haut- und druckempfindlich sind.

Professional

Das Kopfstück Professional knüpft vom Design her an die filigrane Optik des klassischen Belinda-Genickstücks an, verfügt aber über eine weiche Polsterung in Kombination mit einem Ausschnitt im Bereich der Ohren. Das Reithalfter wird nicht mittels Kopfriemen über den Kopf geführt, sondern links und rechts am Genickstück eingeschnallt. Eignet sich für Pferde, die mit dem Ohrenausschnitt gut zurechtkommen und haut- und druckempfindlich sind.

Anatomisch

Das anatomisch geformte Kopfstück ist etwas breiter geschnitten. Durch die Breite und die anatomische Form wird der Druck im Genick großflächiger verteilt und zusätzlich ist ausreichend Bewegungsspielraum für die Ohren vorhanden. Es mit einer weichen Polsterung ausgestattet. Das Reithalfter wird nicht mittels Kopfriemen über den Kopf geführt, sondern links und rechts am Genickstück eingeschnallt. Eignet sich für Pferde, die mit dem Ohrenausschnitt gut zurechtkommen und besonders haut- und druckempfindlich sind.


Die verschiedenen Reithalfter im Überblick

Welches Reithalfter man wählt, ist in erste Linie vom jeweiligen Pferd abhängig, wie es den Zaum und das Gebiss annimmt sowie den Vorlieben des Reiters. Wie die Wahl auch ausfällt, ist das oberste Gebot, die Trense bzw. das Reithalfter richtig mit ausreichend Freiraum zu verschnallen und auf eine sanfte Hilfengebung über den Zügel zu achten. Denn nur so können wir pferdefreundlichen, ethisch korrekten Umgang, das Wohlbefinden und die Losgelassenheit des Pferdes ermöglichen.

Das Englische Reithalfter

Englische Reithalfter (Trensenmodell Kieffer Ultrasoft® Sue)
Englisches Reithalfter (Trensenzaum Kieffer Ultrasoft® Sue)

Das englische Reithalfter kommt in der Regel bei Kandarenzäumen zum Einsatz. Durch die Diskussion um den Sperrriemen und dadurch, dass sich das Bewusstsein der Reiter im Laufe der letzten Jahre mehr in Richtung pferdefreundliche Ausrüstung verändert hat, wird das englische Reithalfter mittlerweile gern von vielen Reitern genutzt, die auf einen Sperrriemen verzichten möchten.

Korrekt verschnallt soll das englische Reithalfter ca. zwei Finger breit unterhalb des Jochbeins aufliegen und zwei Finger hoch Spielraum zwischen Reithalfter und Nasenrücken bieten. Es ist grundlegend für alle Pferde geeignet und erlaubt dem Pferd aktives Kauen. Dadurch, dass im Gegensatz zum englisch kombinierten Reithalfter kein Sperrriemen verwendet wird, ändert sich die Druckverteilung. Die Krafteinwirkung findet hier nur an einer Stelle statt: auf dem Nasenrücken. Im Ruhezustand ist das englische Reithalfter wirkungslos und kommt erst zum Tragen, wenn das Pferd das Maul zu weit aufsperrt oder sich dem Zügel entziehen möchte.

Das Englisch kombinierte Reithalfter

Englisch kombiniertes Reithalfter (Trensenmodell Vera)
Englisch kombiniertes Reithalfter (Trensenzaum Vera)

Das englisch kombinierte Reithalfter ist derzeit die am meisten verbreitete Variante und vereint die Wirkungsweise von englischem und hannoverschem Reithalfter. Zusätzlich zum Nasenriemen ist das englisch kombinierte Reithalfter mit dem kontrovers diskutierten Sperrriemen ausgestattet, welcher unter dem Gebiss um das Pferdemaul geführt wird.

Der Nasenriemen wird hierbei ca. zwei Finger breit unterhalb des Jochbeins verschnallt. Der Sperrriemen, welcher mit dem Nasenriemen verbunden ist, wird unter dem Gebiss entlang um das Pferdemaul geführt. Es sollte mit zwei Finger hoch Spielraum verschnallt werden, damit es nicht zu eng sitzt. Die Krafteinwirkung findet hier an zwei Stellen statt: auf dem Nasenrücken und direkt am Maul. Die Kombination der Komponenten bewirkt, dass der Nasenriemen das Verschieben des Unterkiefers verhindert, der Sperrriemen dem Aufsperren des Pferdemauls entgegenwirkt und die Position des Gebisses stabilisiert wird. Beide Komponenten dürfen nicht zu eng verschnallt werden, damit Atem- und Kautätigkeit des Pferdes nicht eingeschränkt werden.

Das Schwedische Reithalfter

Schwedisches Reithalfter (Trensenzaum Ergonomic III)
Schwedisches Reithalfter (Trensenzaum Ergonomic III)

Das schwedische Reithalfter kommt vom Aufbau her dem Englisch kombinierten Reithalfter sehr nahe. Der Unterschied liegt hierbei maßgeblich in der Verschnallungstechnik. Positioniert wird es wie das englisch kombinierte Reithalfter und wirkt auch so auf das Pferd ein. Mittels Umlenkschnallen wird es, ähnlich einem Flaschenzug, mit weniger Krafteinwirkung fester verschlossen, was ursprünglich dazu gedacht ist, das Schließen des Nasenriemens zu erleichtern. Da die erhöhte Krafteinwirkung der Umlenkschnalle das Risiko einer zu engen Verschnallung erhöht, muss auch hier mit besonderer Sorgfalt verschnallt werden, um das Pferd nicht zuzuschnüren.

Das Mexikanische Reithalfter

Mexikanisches Reithalfter (Trensenzaummodell Cassiopeia)
Mexikanisches Reithalfter (Trensenzaum Cassiopeia)

Das mexikanische Reithalfter besteht aus zwei Nasenriemen, die sich relativ hoch angesetzt auf dem Nasenrücken kreuzen, dort mit einer gepolsterten Rosette zusammengehalten und unter dem Gebiss verschnallt werden. Links und rechts wird der obere Teil der gekreuzten Nasenriemen mit Ringen am Genickstück befestigt. Die Druckeinwirkung verteilt sich durch die Konstruktion auf mehrere Punkte am Pferdekopf. Es kommt optisch einem kombinierten Reithalfter nahe, ist aber etwas sanfter, da es konstruktionsbedingt – sofern korrekt verschnallt – Nüstern, Atmung und Maultätigkeit weniger einschränkt.

Bei der Verschnallung ist hier darauf zu achten, dass locker genug verschnallt wird, damit die oberen Riemen und der Verbindungsring zu Genickstück und/oder Backenstück nicht auf das Jochbein drücken, um Abwehrreaktionen zu vermeiden und die positiven Auswirkungen auf Atmung und Maultätigkeit zu bewahren.

Da das mexikanische Reithalfter von allen Reithalftern die größte Atmungsfreiheit bietet, findet es großen Anklang im Spring- und Vielseitigkeitssport. Durch den gekreuzten Verlauf der Nasenriemen ergeben sich zudem noch mehr Möglichkeiten in der Gebisswahl.

Das Hannoversche Reithalfter

Hannoversches Reithalfter (Trensenzaum Comfort Paris)
Hannoversches Reithalfter (Trensenzaum Comfort Paris)

Das hannoversche Reithalfter ist anders umgesetzt als alle anderen Varianten. Es läuft seitlich konisch zu und ist links und rechts mit Ringen unterbrochen, an denen der Kinnriemen befestigt und die Verbindung zum Genickstück hergestellt wird.

Bei diesem Reithalfter wird der Nasenriemen sehr tief ca. 4 Fingerbreit oberhalb der Nüstern auf der Spitze des Nasenbeinknorpels verschnallt und der Kinnriemen wie eine Art Sperrriemen unter dem Gebiss befestigt. Dadurch wirkt es auf Pferdemaul, Kinngrube und Nasenbein ein, was es tendenziell schärfer macht. Im Gegensatz zu allen anderen Reithalftern muss hier noch penibler auf Verschnallung und die korrekte Lage des Nasenriemens geachtet werden, da die Atmung ansonsten stark beeinträchtigt werden oder es im schlimmsten Fall zu Brüchen kommen kann. Eine unsachgemäße Verschnallung kann zu Überdruck auf das Kiefergelenk und Verspannungen führen, beeinträchtigt die Atmung, die Kautätigkeit und das allgemeine Wohlbefinden. Richtig positioniert und mit ausreichend Platz verschnallt, verhindert dieses Reithalfter das Einklemmen des Maulwinkels zwischen Gebiss und Nasenriemen sowie seitliche Ausgleichsbewegungen des Pferdemauls und erleichtert die Weitergabe der Zügelhilfen. Dieses Reithalfter eignet sich gut für Pferde mit langer Maulspalte oder solche die am Maul sehr empfindlich sind.


Wie kontrolliere ich die Passform meines Zaums?

Passformkontrolle ist das A und O – insbesondere bei allen Ausrüstungsgegenständen, die das Wohlbefinden des Pferdes stark beeinflussen können.

Mit einfachen Mitteln die richtige Verschnallung des Reithalfters überprüfen

Die 2-Finger-Regel
Die 2-Finger-Regel

Ein aufgezäumtes Pferd benötigt, um uneingeschränkt kauen zu können, 10 mm Spielraum zwischen den Backenzähnen und 17 mm zwischen den Schneidezähnen. Als Maßstab für die korrekte Verschnallung wird die 2-Finger-Regel für Nasen- und ggf. Sperrriemen empfohlen.

Zwei Finger breit, oder noch besser hoch, sollen zwischen Nasenriemen- und -rücken Platz finden. Diese Angabe ist jedoch recht schwammig, da ein Finger kein einheitliches Maß definiert – ein Frauenfinger ist meist schmaler als der eines Mannes, von Kinderfingern ganz zu schweigen.

Wir empfehlen zusätzlich zur Kontrolle der zuvor angewendeten Zwei-Finger-Regel den Möhrentest: ist das Pferd aufgezäumt in der Lage, ein Stück von einer Möhre abzubeißen und zu zerkauen, ist die Verschnallung ausreichend. Kann es das nicht, sollte nachjustiert werden. Des Weiteren sind mittlerweile auch kleine Tools erhältlich, die das Messen erleichtern und normen sollen.

Wie kontrolliere ich, ob die Backenstücke die richtige Länge haben?

Auch die korrekt eingestellte Länge der Backenstücke in Kombination mit dem passenden Gebiss ist ein wichtiger Punkt für das korrekte, pferdefreundliche Aufzäumen. Zu kurz verschnallte Backenstücke können über das Gebiss die Maulspalte überdehnen, was Schmerzen verursacht und das Verletzungsrisiko erhöht. Sind sie zu lang verschnallt, verliert das Gebiss den nötigen Halt.

Die Backenstücke sollten längenmäßig so eingestellt sein, dass am Maulwinkel durch das Gebiss  eine Falte entsteht.

Wie kontrolliere ich, ob das Stirnband die richtige Länge hat?

Ist das Stirnband zu kurz, hat dies negative Auswirkungen auf den korrekten Sitz des Genickstücks und zieht es zu weit nach vorn. Das bedeutet für das Pferd, dass Druck auf die Ohrmuschel entstehen kann. Weitere Nebenwirkungen können vermehrter Druck auf das Kiefergelenk sowie Kopfschmerzen sein. Bei zu langen Stirnbändern ist die haltende Funktion nicht mehr gegeben, das Genickstück kann nach hinten verrutschen und der Zaum sitzt instabil.

Um zu testen, ob das Stirnband die richtige Länge hat, schnallt man es an einer Seite der Zäumung aus. Anschließend wird aufgezäumt und das Stirnband locker an die Sollstelle gehalten. Reicht die lockere Seite bequem ohne zu ziehen bis zu der Stelle, an der sie eingeschnallt wird, ist die Länge richtig.

Die Passform bei Kieffer und Lösungen für Pferde mit Passformproblemen

Unsere Zäume und ihre Gradierung der einzelnen Größen orientieren sich zeitgemäß an  aktuellen Durchschnittsmaßen verschiedener Pferdetypen.

Dennoch kommt es immer wieder vor, dass die Anatomie eines Pferdeskopfes nicht einem bestimmten Raster entspricht bzw. sich nicht einer fest definierten Größe zuordnen lässt.

Aus diesem Grund möchten wir an dieser Stelle auch noch einmal auf unsere Ersatzteile hinweisen. Alle oben erklärten Einzelteile eines Kieffer-Zaums sind separat als Ersatzteil erhältlich!

Ersatzteile erfüllen gleich zwei Funktionen:

  1. Man kann den Zaum reparieren, wenn etwas kaputtgeht und die Geldbörse wird geschont.
  2. Ersatzteile können auch bei Passformproblemen hilfreich sein.

So kann ein Passformproblem bei einer Vollblutgröße, bei der die Backenstücke zu kurz sind, z.B. ein längeres Backenstück in Warmblut-Größe eingewechselt und das Größenproblem behoben werden.

Des Weiteren bieten wir auch Zäume und Reithalfter an, die zusätzliche individuelle Einstellungsmöglichkeiten bieten, wie z.B. unser Trensenzaum Kieffer Ultrasoft® Katy oder das Wechselhalfter Vario, bei denen sich die Weite des Nasenriemens flexibel einstellen lässt.

Wir hoffen, dieser Beitrag hat Euch gefallen. Wir arbeiten an einer Fortsetzung, in der wir dokumentarisch und mit mehr konkreten Beispielen ins Detail gehen möchten. Seid gespannt und schaut wieder vorbei 🙂