Auf leisen Pfoten – so klappt das Ausreiten mit Pferd und Hund

Was gibt es Schöneres, als gemeinsam mit seinen beiden liebsten Vierbeinern die herrliche Natur zu genießen? Nichts!

Wirklich nichts ist idyllischer, freudvoller und im besten Fall auch entspannter als das Ausreiten zusammen mit Deinem artigen Hund!

Hund und Pferd: Gehorsam ist wichtig

Gute Erziehung ist das A und O – sowohl beim Pferd als auch beim Hund!
Gute Erziehung ist das A und O – sowohl beim Pferd als auch beim Hund!

Ob nun ein quirliger Jack Russel Terrier, ein verspielter Mischling oder ein hochintelligenter Border Collie Dich und Dein Pferd begleitet, für alle Vierbeiner gilt: Hunde, die im Stall, auf dem Reitplatz und beim Ausreiten mit von der Partie sind, müssen gut erzogen sein!

Reitbegleithunde müssen die Grundkommandos wie „Sitz“, „Platz“ und „Bleib“ befolgen. Sie müssen im Bedarfsfall „bei Fuß“ gehen und müssen prompt kommen, wenn man sie ruft!

Dass Dein Hund sich artig und folgsam benimmt ist ganz wichtig, denn es garantiert Sicherheit im Umgang mit Pferd und Hund.

Natürlich muss auch Dein Pferd das Einmaleins im Umgang und unter dem Sattel sicher beherrschen, bevor es gemeinsam mit Dir und Deinem Hund unterwegs sein kann.

Gut zu Fuß – welche Hunde eignen sich als Reitbegleithund

Es gibt eine Reihe von Hunderassen, die sich als Reitbegleithund eignen. Hütehunde, wie beispielsweise der Border Collie oder der Australian Sheperd, können ganz hervorragende Reitbegleithunde sein.

Größere Familienhunde wie Golden Retriever, Hovawart oder Labradore eignen sich aufgrund ihres relativ schwachen Jagdinstinktes.

Auf ihre Eignung als Reitbegleithunde ausdrücklich gezüchtet wurden früher Dalmatiner. Sie allerdings sind sehr wetterempfindlich. Grundsätzlich eignen sich lauffreudige Hunde mit eingeschränktem Jagdinstinkt gut für längere Ritte. Wenn ein Jagdhund sicher an den Kommandos geht, kann auch er ein folgsamer und motivierter Reitbegleithund sein.

Kleine Hunde möchten häufig mehr als sie können. Wenn Du beispielsweise einen Jack Russel oder gar einen Dackel mit auf den Ausritt nimmst, dann nur für kurze Strecken. Oder aber: Er lernt in der Satteltasche Platz zu nehmen.

Generell gilt: Lauffreudige Hunde von mindestens mittlerem Format und mit möglichst wenig Jagdinstinkt sind die idealen Begleiter, um Dich und Dein Pferd beim Ausreiten zu begleiten.

Du als Reiter und Hundeführer musst die körperliche Kondition Deines Hundes beachten und entsprechend berücksichtigen.

Sitz, Platz, Fuß – erst dann geht’s in den Stall

Dass Dein Hund den Grundgehorsam erlernt hat, schon bevor Du ihn überhaupt mit in den Stall nimmst, vereinfacht den Stallaufenthalt ungemein. Hier ist nämlich häufig ein solch aufregendes Umfeld aus Pferden, Hunden, Stallkatzen und Menschen, so dass der Hund vor lauter Aufregung seine gute Kinderstube schnell vergisst. Deshalb sollte Dein Hund in seiner Grunderziehung bereits sehr sicher sein.

Lernen sich Hund und Pferd dann näher kennen, ist es hilfreich, dass Dein Pferd die Basics der Erziehung natürlich ebenfalls beherrscht. Dein Pferd sollte sich problemlos führen und anbinden lassen und sollte nicht so leicht aus der Ruhe zu bringen sein. Gelassenheitstraining und Bodenarbeit sind hier eine gute Vorübung, um auf das Zusammensein mit Deinem Hund im Stall und draußen im Gelände vorbereitet zu sein.

Gegenseitige Akzeptanz, aneinander gewöhnen

Im täglichen Umgang sollte das Pferd gelernt haben, dass der Hund zu respektieren ist. Er darf beispielsweise von Deinem Pferd nicht bedrängt oder gar angegriffen werden. Natürlich dürfen sich Hund und Pferd mit Interesse beschnuppern, aber: In der gemeinsamen Bewegung solltest Du auf einen Sicherheitsabstand achten.

Ganz wichtig ist es, dass Du Dein Pferd an den heranstürmenden Hund gewöhnst. Dein Pferd muss wissen, dass ihm nichts passiert, wenn Dein Hund angerannt kommt.

Warum das so wichtig ist? Dein Hund hat gelernt, auf Zuruf oder Pfiff zu kommen. Das tut er in der Regel prompt und in hoher Geschwindigkeit. Nimm Dir viel Zeit zum Üben. Rufe den Hund zunächst aus nächster Nähe. So hat Dein Pferd nicht das Gefühl, dass es auf freier Fläche gehetzt und gejagt wird. Sprich beruhigend auf Dein Pferd ein, wenn der Hund sich nähert und lobe beide Vierbeiner, wenn der Hund bei Euch angekommen ist.

Hoch hinaus – Kommando „Sitz“ beim Aufsteigen

Ein weiterer Meilenstein im Miteinander von Hund, Pferd und Reiter ist das Aufsteigen. Dazu müssen Hund und Pferd gelernt haben, gelassen zu warten. Insbesondere beim Aufsteigen. Zudem muss Dein Pferd an die Berührung mit der Hundeleine gewöhnt sein. Lass Deinen angeleinten Hund auf der linken Seite vom Pferd Sitz machen und gib erst, wenn Du sicher im Sattel sitzt, das Kommando „Auf“ zum Losreiten. Häufig sind die ersten Meter ein bisschen kniffelig, denn Hund und Pferd sind nun hoch motiviert und freuen sich auf den gemeinsamen Ausritt. Wichtig ist: Bleib ruhig und reite konsequent und gelassen weiter. Dann entspannt sich die Lage schnell. Beim Training ist es gut, das Aufsteigen erst mit einem Assistenten, der den Hund hält und Dir dann angibt, zu üben.

Nebeneinander üben – so geht Dein Hund „bei Pferd“

Auch das Laufen „bei Pferd“ muss natürlich trainiert werden. Das kannst Du mit einem Assistenten, der zunächst auf Höhe des Pferdes neben Dir und Deinem Pferd spaziert. Du selber kannst Deinem Hund beim Radfahren auf das Laufen neben dem Pferd vorbereiten. Wirklich wichtig ist, dass der Hund auf der Seite bleibt, mit dessen Hand Du ihn führst. Er darf nicht kreuzen!!! Klappt es mit dem Radfahren und dem Spazieren bei Pferd, übst Du auf dem Reitplatz weiter, bevor Du Dich ins Gelände wagst.

Leinen los – so klappt das An- und Ableinen ohne Probleme

Zum Anleinen kann man – je nach Größe von Hund und Pferd – dem Hund antrainieren, mit den Vorderläufen an der Satteldecke, Reiterbein oder am Steigbügel hochzusteigen. So ist das Ganze komfortabler für den Reiter. Achte drauf, dass der Hund sich dabei nicht an Deinem Pferd abstützt. Denn seine Krallen sind scharf und es ist sehr unangenehm für Dein Pferd, wenn der Hund sich mit den Krallen an Schulter oder Bauch des Pferdes anlehnt. Kleine vierbeinige Sportskanonen lernen tatsächlich, hoch hinauf ans Reiterbein zu springen und sich dort zum Anleinen fangen und anschließend wieder absetzen zu lassen. Klappt das nicht, muss der Hund einfach von Beginn des Rittes an mit Leine geführt werden.

Komfortable Hundeleine – soft und griffig

Das Anleinen vom Pferd aus funktioniert besonders gut mit einer Spezialleine, die als „Reitbegleithundeleine“ entwickelt wurde.

Unser Tipp: die rundgenähte Kieffer Ultrasoft® Dressurleine. Sie ist zwei Meter lang und fühlt liegt unschlagbar toll und griffig in der Hand.
Unser Tipp: die rundgenähte Kieffer Ultrasoft® Dressurleine. Sie ist zwei Meter lang und fühlt liegt unschlagbar toll und griffig in der Hand.

Die Länge einer einfachen Leine sollte, je nach dem Größenverhältnis von Pferd und Hund, rund zwei Meter betragen. Rollleinen, Leinen ohne Stopper und mit zu vielen Schlaufen sind für Reitbegleithund ungeeignet. Wichtig ist, dass die Leine für Deinen Hund gut in der Hand liegt und komfortabel zu greifen ist. Hundeleinen aus Leder von ultrasofter Qualität garantieren eine weiche und griffige Handhabung. So klappt das Führen Deines Reitbegleithundes besonders gut. Natürlich sind solch hochwertige Hundeleinen auch das perfekte Equipment, wenn Ihr „zu Fuß“ unterwegs seid!

Achtung: Du solltest Die Leine nicht fest am Sattel fixieren. Achte auch darauf, dass Du sie Dir nicht ums Handgelenk wickelst! Beides kann im Notfall gefährlich werden.

Rechts vom Pferd

Begleitet der Hund Dich ohne Leine, darf er natürlich auch mal voraus rennen – ohne davonzulaufen. Doch beim „beim Pferd gehen“ (bei Fuß) sollte er sich an der Seite des Pferdekörpers befinden und aus Sicherheitsgründen nicht direkt hinter oder vor dem Pferd laufen.

Praktische Übungen

Nicht nur Dein Pferd – auch Dein Hund – sollte vor dem gemeinsamen Ausritt geländetauglich sein! Damit er weiß, dass weder ein umgestürzter Baum noch eine breite Pfütze oder ein knarrender Steg unüberwindbare Hindernisse darstellen, sondern vielmehr spannende Aufgabenstellungen sind, musst Du das vorher mit ihm üben. Trainiere Deinen Hund zunächst ohne Pferd. Am besten ist es wenn Du mit Deinem Hund eine Hundeschule besuchst und er auf dem Hundeplatz oder im Gelände lernt, wie er mit sich draußen in der Natur am besten bewegt und Hindernisse problemlos bewältigt. Weiterer Vorteil: Wenn Dein Hund in die Hundeschule geht, kennt er das Zusammentreffen mit anderen Hunden und benimmt sich auch beim Ausreiten vorbildlich, wenn Ihr auf Spaziergänger mit Hund trefft.

Liebe und Lob – das verbindet Pferd und Hund

Das Herzstück der Erziehung von Hund und Pferd ist das Lob. Gib Deinen Tieren – wann immer möglich – das Gefühl, das tollst, bravste, klügste – ja einfach das weltbeste Tier zu sein!!!

Jede korrekt ausgeführte Anweisung, jeder Lernerfolg wird gebührend gelobt. Einiges davon wird mit Leckerli belohnt. Anderes mit lobenden Worten mit Streicheln und Klopfen oder einfach durch eine Pause im Ausbildungsprogramm. Das motiviert. Das gibt Sicherheit. Das macht rundherum Spaß. Allen Dreien!

Nein zur Eifersucht – so bist Du gerecht zu Pferd und Hund

Aufpassen musst Du in der Zusammenarbeit mit Hund und Pferd allerdings, dass keiner Deiner Lieblinge auf den anderen eifersüchtig wird. Deshalb solltest Du Dein Wohlwollen bewusst gleichmäßig verteilen. Wenn Du doch einmal mit einem von beiden schimpfen musst, achte darauf, dass Du den „Missetäter“ eindeutig ansprichst. Sprich ihn mit seinem Namen an, und rede mit dem „Musterknaben“ währenddessen freundlich, so dass er sich nicht für den Stress verantwortlich fühlt. In er Regel verstehen Deine beiden Vierbeiner ganz gut, an wen sich Tadel und an wen sich Lob in der Situation richtet.

Jäger fordern Rücksicht – achte auf die Natur

Sei achtsam und verhalte Dich verantwortungsvoll

Selbstverständlich ist, dass Du beim Ausreiten mit Hund auf Spaziergänger, auf Verkehrsteilnehmer und auf das Wild achtest. Hier gelten zunächst die Regeln der Rücksichtsnahme wie für jeden Ausritt ohne Hund auch. Zudem hat man mit Hund in der Natur besondere Vorsichtsmaßnahmen gegen Wildern und Jagen zu treffen. Sonst ist begründeter Stress mit den Jägern vorprogrammiert.

Für Reiter gelten grundsätzlich dieselben Regeln wie für Spaziergänger, die im Wald mit Hund unterwegs sind. Das heißt: Dein Hund sollte sich ständig in Deinem Einflussbereich befinden und auf Zuruf oder Pfiff gehorchen.

Regionale Regeln kennen

Du als Reiter musst selbstverständlich die von Kommunen und Ländern vielerorts vorgeschriebene Leinenpflicht für Hunde beachten. Da die Vorschriften bundesweit sehr unterschiedlich sind, erkundige Dich bei den Behörde vor Ort.

Insbesondere in der Brut- und Aufzuchtzeit von April bis August sei sehr rücksichtsvoll, was die Waldbewohner angeht und beachte die nun herrschende Leinenpflicht. In jedem Hund schlummert der Wolfsinstinkt. Eine frische Wildfährte ist auch für den artigsten Hund sehr verlockend.

Gut ausgerüstet – jede Menge Spaß

Ob Du nun nur mit Pferd oder mit Pferd UND Hund ausreitest – Hauptsache, Du hast jede Menge Spaß! Wenn Du Fragen hast, mit welchen Aufgaben Du Deinen Hund und auch Dein Pferd ganz konkret auf das gemeinsame Ausreiten vorbereiten kannst, stell sie uns gerne im Kommentar. Und: Schau mal vorbei auf der Kieffer-Homepage www.kieffer.net und stöbere durch hochwertigen Halsbänder und Hundeleinen. Dann macht der Ausritt zu Dritt gleich doppelt Spaß.

Sicherheit im Straßenverkehr – warum Du Deinen Hund rechts vom Pferd führst.

Wenn es sich nicht vermeiden lässt und Du mit Pferd und Hund auf einer Straße unterwegs bist, dann lass den Hund rechts von Dir und Deinem Pferd laufen. So führst Du Deinen Hund sicher auf der verkehrsabgewandten Seite und er kann von den Autofahrern nicht übersehen werden. Wenn Du im Gelände unterwegs bist, dann kannst Du den Hund mit der Hand führen, mit der Du geschickter agierst. Du kannst die Seite auch wechseln.


Geprüfte Beziehung

Ein immer beliebter werdender Turnierwettbewerb ist der sogenannte Horse and Dog Trail. Hierbei wird die harmonische Zusammenarbeit von Pferd, Hund und Reiter mit kniffligen Pflichtmanövern überprüft.


Zeichensprache on top

Gehorchen soll Dir Dein Hund egal, ob er vom Boden oder aus dem Sattel heraus seine Signale bekommt. Dabei verstärken Sichtzeichen die Hörkommandos.

Die Kieffer Ultrasoft®-Kollektion für Hunde im Überblick

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