Das Trensen-ABC – Weißt Du, aus welchen Teilen Dein Zaumzeug besteht?

Zwar bezeichnen wir sie umgangssprachlich als „Trense“, aber meinen in der Regel das Zaumzeug, wenn wir von der Ausrüstung sprechen, mit der das Pferd zum Reiten gezäumt wird. Da die Trense nur ein Teil des Zaumzeuges ist, aus welchen weiteren Riemen die Zäumung besteht und wie genau sie aufgebaut ist, lernst Du in diesem Blogbeitrag.

Es gibt viele verschiedene Arten von Zäumungen. Wir konzentrieren uns in diesem Artikel zum Aufbau der Zäumung auf ein klassisches „Kopfgeschirr“, so wie es hier in der Regel zum Reiten benutzt wird! Dieser Trensenzaum besteht aus einer Reihe von Einzelteilen. Welche das im Einzelnen sind? Das siehst Du hier auf einen Blick:

Der Trensenzaum besteht grob unterteilt aus den hier abgebildeten vier Hauptbereichen
Der Trensenzaum besteht grob unterteilt aus den hier abgebildeten vier Hauptbereichen (Klicke auf das Bild zum Vergrößern)

Das Zaumzeug besteht aus

  1. dem Kopfstück
  2. dem Reithalfter
  3. dem Trensen-Gebiss
  4. den Zügeln

Das Kopfstück lässt sich darüber hinaus in einzelne Bestandteile unterteilen:

Welche Teile zum Kopfstück gehören, siehst Du hier:

Diese Einzelteile bilden das Kopfstück

  1. Genickstück
  2. Stirnband
  3. Backenstück
  4. Kehlriemen

Es gibt sehr viele diverse Trensenzaum-Modelle. Je nach Modell sind die Riemen, aus denen das Kopfstück aufgebaut ist, etwas anders geschnitten, breiter oder schmaler gearbeitet und mit vielen anderen Besonderheiten gefertigt. Das gibt jedem Zaumzeug sein ganz eigenes Design.

Neben den verschiedenen Schnittformen ist auch das Reithalfter in ganz unterschiedlichen Formen erhältlich.

Diese Arten von Reithalftern gibt es:

  • Das Hannoversche Reithalfter
  • Das Englische Reithalfter
  • Das Englische Kombinierte Reithalfter
  • Das Mexikanische Reithalfter
  • Das Schwedische Reithalfter

Jedes Reithalfter hat eine bestimmte Wirkung. Wie genau die unterschiedlichen Reithalfter wirken, erklären wir Dir ganz bald in einem Extra-Blogbeitrag. Hier konzentrieren wir uns auf die spezielle Wirkung der verschiedenen Reithalfter und zeigen Dir, wie die Reithalfter korrekt verschnallt werden und mit welchen Gebissen Du sie am besten kombinierst.

Welches Gebiss für welches Pferd?

Das Gebiss wird unten am Backenstück befestigt.Von der einfachen Wassertrense über doppelt gebrochene Gebisse, Gebisse mit Olivenkopfringen oder Stangengebisse bis hin zu Kandarengebissen sind viele verschiedene Gebisse auf dem Markt. Wenn Du Dich sorgfältig informierst, wirst Du für Dich und Dein Pferd sicherlich genau das richtige Gebiss finden.

Das ideale Trensengebiss für Dein Pferd ist:

  • in der passenden Größe für Dein Pferd gewählt
  • maulfreundlich
  • es vermittelt Deine Zügelhilfen sanft aber verständlich

Welche Wirkung die Gebiss-Modelle haben und wie Du das passende Gebiss findest, erfährst Du in einem Extra-Blogbeitrag, in dem wir Dir alles Wichtige zum Thema Trensengebisse erklären. Angefangen von den Arten der Gebisse bis hin zu Tipps zum korrekten Ausmessen. Vorweg aber schon mal eine ganz wichtige Information: Gebisse sollen das Pferd nicht stören oder am Kauen behindern. Das Trensengebiss soll ideal ins Pferdemaul passen und dort die Signale der feinen Reiterhand kommunizieren.

Pferdefreundliches Zaumzeug

Egal, für welchen Trensen-Zaum Du Dich entscheidest, es muss auf jeden Fall ein pferdefreundliches Zaumzeug sein, mit dem sich Dein Pferd wohl fühlt. Natürlich muss es auch Deine Reiterhilfen präzise vermitteln.

Das Zaumzeug sollte unbedingt so geschnitten sein, dass es der Anatomie des Pferdekopfes folgt. Wie genau der Pferdekopf aufgebaut ist und wo er besonders empfindlich ist, haben wir für Dich in unserem Blogbeitrag Pferde mit Köpfchen – der Pferdeschädel im Blick beschrieben.

Der Trensenzaum darf Dein Pferd nicht einengen, oder auf Knochenvorsprüngen oder anderen empfindlichen Stellen wie dem Genick, an den sensiblen Ohrknorpeln, oder auf den Gesichtsleisten drücken. Es muss also weit genug geschnitten sein und muss besonders empfindliche Stellen aussparen. Deshalb bieten wir neben hochwertigen Standard-Trensen aus softem Qualitätsleder eine Reihe von ergonomischen Trensenzäumen an.

Anatomisch geformtes Genickstück

Das Genickstück bei den ergonomischen Zäumungen ist anatomisch geformt, breit gearbeitet und weich gepolstert. So wird der Druck auf das Genick Deines Pferdes gleichmäßig verteilt und es kann seine Ohren ungehindert bewegen. Eine stabile Verbindung des Stirnriemens mit dem Genickstück verbessert die konstante Passform des Genickstückes. Der Stirnriemen liegt so auch in höheren Gangarten stabil am Kopf an. Häufig ist der Stirnriemen zu kurz gewählt. Ist das Stirnband nicht lang genug, zieht es alles nach vorne. Insbesondere das Genickstück kommt dadurch zu nah an die Pferdeohren und es zwickt dort unangenehm. Weiterhin ist bei vielen Warmbluttrensen der Jochbeinabstand am Nasenriemen zu eng bemessen. Damit Dir das nicht passiert, miss den Trensenzaum für Dein Pferd korrekt aus:

Das sind die Messpunkte für den Trensenzaum


Genick und Backenstück:
Miss von einem Maulwinkel im Abstand von einem Zentimeter hinter den Ohren über das Genick zum anderen Maulwinkel.

Größe Stirnband:
Miss zwei Finger breit unter dem Ohr und ein Zentimeter hinter dem Jochbein vorne über die Stirn bis zur gleichen Stelle am anderen Ohr (locker).

Größe Jochbeinabstand:
Miss den Abstand von einem Jochbein zum anderen.

Größe Reithalfter:
Miss an der Stelle, wo Du das Reithalfter verschnallst, den Gesamtumfang der Nase.

Weiches Leder hochwertig verarbeitet

Nicht nur der Verlauf der Trensenriemen spielt eine entscheidende Rolle, sondern auch die Qualität des Leders: Die Riemen, aus denen Dein Trensenzaum zusammen gesetzt ist, sollten aus hochwertigem, weichem Leder gearbeitet sein. Die Kanten des Leders dürfen nicht scharfkantig sein. Im besten Fall bestehen die Lederriemen aus weichem, genügend breit geschnittenem Leder ohne hervortretende Nähte oder Schnallen an der Unterseite!

Wusstest Du, dass eine rundgenähte Trense optisch zwar sehr ansprechend ist, aber dass die runde Form der Riemen mehr Druck auf den sensiblen Pferdekopf ausübt als flache Riemen mit breiter Auflagefläche?

Achtung: Zu schmale und einfach gearbeitete Riemen aus hartem Leder verursachen Druck und stören empfindliche Pferde dadurch.

Jetzt weißt Du, aus welchen einzelnen Abschnitten der Trensenzaum besteht. Leicht merken kannst Du Dir die Fachbegriffe, wenn Du die Zäumung zur Hand nimmst und sie genau unter die Lupe nimmst. Nach dem Auftrensen kannst Du sie dann am Pferdekopf in ihrer ganzen Pracht anschauen.

Übrigens: Besonders gut kennen lernen kannst Du das Zaumzeug auch beim Putzen mit Lederpflege. 😀

Traust Du Dir zu, den Trensenzaum dafür komplett auseinander zu nehmen und ihn korrekt wieder zusammen zu setzen?


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