Ein Herz für Leder – der Klassiker unter unseren Werkstoffen

Es ist der Klassiker unter den Materialien für Sättel und Zaumzeug. Zu Recht. Hochwertiges Leder ist einfach unschlagbar und punktet mit vielen Features, die es insbesondere für den Bereich Pferdesport ausgesprochen wertvoll machen. Willst Du wissen, welche Vorzüge Sattel und Trense aus Leder haben und wie Du wirklich qualitätsvolles Leder erkennst? Wir verraten Dir interessante Facts zu diesem natürlichen und langlebigen Werkstoff.

Keine Frage: Leder ist ein Material mit Tradition. Langer Tradition! Seit vielen Jahrtausenden hat es sich als Rohstoff für Pferdesport-Equipment bewährt.

Natürlich gut

Leder ist ein echtes Natur-Produkt und schon deshalb angesagter denn je. Es überzeugt bei fachgerechter Pflege durch seine Langlebigkeit. Es ist angenehm im Griff, weich und anschmiegsam, zugleich strapazierfähig und atmungsaktiv. Darüber hinaus ist es ein wahrer Tausendsassa und lässt sich so verarbeiteten, dass es beim Sattelbau und der Herstellung von Zaumzeug in den unterschiedlichsten Bereichen zum Einsatz kommt und wichtige Aufgaben übernimmt. Es umspannt die Sitzfläche ebenso bequem wie es die Steigbügelriemen und Zügel reißfest und griffig hält.

Unser Herz schlägt für Leder

Für uns als Sattelmanufaktur ist Leder als Werkmaterial eine echte Herzensangelegenheit. Denn was wäre unsere traditionelle Handwerkskunst ohne Leder als Hauptbestandteil? Deshalb machen wir bei der Auswahl von 1a-Leder überhaupt keine Kompromisse: Kieffer verwendet für alle Lederprodukte bestes europäisches Rindsleder, welches überwiegend aus Italien und Deutschland stammt.

Das Leder wird vegetabil gegerbt. Das bedeutet, dass nur natürliche und ökologisch leicht abbaubare Gerbstoffe verwendet werden dürfen, um es haltbar, geschmeidig und zugfest zu machen. Aufwändige und zeitintensive Verarbeitungsverfahren in den Gerbereien sind erforderlich, damit das Leder den hohen Qualitätsanforderungen gerecht wird.

Eine natürliche Gerbung mit rein pflanzlichen Gerbstoffen findet leider nicht bei allen Gerbereien statt: Häufig wird immer noch mit schädlichen Chromverbindungen gegerbt. Das ist nicht nur unter dem Aspekt der Umweltverträglichkeit kritisch zu betrachten, auch ist es durchaus gesundheitsbedenklich: Pferde, die mit den Chromrückständen aus der Gerbung in Kontakt kommen, reagieren manchmal allergisch!

Kann Leder atmen?

Vergleicht man Leder mit Kunststoffen, so ist eines der Hauptkriterien, mit denen das Leder punktet, seine „Atmungsaktivität“. Leder, so sagt man, kann atmen. Das ist so natürlich nicht ganz korrekt. Denn es atmet ja nicht aktiv. Aber: Es ist in gewissem Maße durchlässig: Für Luft und – ganz wichtig – auch für Feuchtigkeit. Dadurch werden Hitzestau und stickiges Klima unter dem Leder vermieden. So garantiert es einen hohen und gesunden Tragekomfort. Der kommt Dir und Deinem Pferd entgegen.

Die Vorteile von Leder

Vergleicht man Leder und Kunststoff spielen nicht nur Atmungsaktivität und Langlebigkeit entscheidende Rollen, auch die Optik ist einfach unvergleichlich edel. Leder ist wirklich ein stilvolles Material. Zudem ist es deutlich anschmiegsamer als Synthetik und vermittelt – beispielsweise beim Sattel – ein super Sitzgefühl, weil es sich anpasst.Kunststoff ist hier durchaus sperriger. Außerdem schwitzen Pferde unter dem künstlichen Material viel stärker.

Die gewisse Flexibilität des Leders kann dazu führen, dass sich Leder ein wenig dehnt. Damit beispielsweise Bügelriemen ihre Länge behalten, kann man einen Nylon-Kern mit Leder ummanteln und so die Vorzüge des Leders weiter genießen.

Die Langlebigkeit des Leders wird dadurch unterstrichen, dass es sich in der Regel problemlos reparieren lässt. Auch Kieffer nimmt als Hersteller selbstverständlich Reparaturen vor. Möchtest Du etwas nachgenäht haben, oder muss etwas geflickt werden? Überhaupt kein Problem! Wende Dich einfach an den Kieffer-Händler in Deiner Nähe oder kontaktiere uns direkt. Wir finden eine Lösung!

Diese Pluspunkte sprechen für die Ausrüstung aus Qualitäts-Leder

  • Natürliches Material
  • Atmungsaktiv
  • Hautverträglich
  • Strapazierfähig
  • Sehr abriebarm
  • Geschmeidig
  • Fühlt sich weich und elastisch an
  • Bei regelmäßiger Pflege extrem langlebig

Gesunde Tiere – gutes Leder

Zumeist ist Leder ein Abfallprodukt: Die Tiere werden zur Fleischproduktion geschlachtet, die Haut zu Leder weiterverarbeitet. Verantwortlich für die Qualität des Leders ist neben dem Herstellungsprozess und der späteren Pflege auch die Haltung und die Gesundheit der tierischen Ursprungsquelle: Eine naturnahe Tierhaltung und gesunde Ernährung macht sich positiv in der Lederqualität bemerkbar. In Massen gehaltene Tiere haben nicht nur ein gebrochenes Herz, sondern eben auch keine intakte Haut.

Das hochwertigste Leder vom Wirbeltier ist das sogenannte „Kernleder“, das aus Regionen möglichst nah der Wirbelsäule des Tieres stammt. Leder aus den Bereichen Hals und Bauch sind weniger qualitätsvoll.

Leder unter der Lupe – diese Lederarten gibt es

Alles hat zwei Seiten. So auch das Leder. Die Fleischseite ist die Innenseite der Haut, die in der Regel später die Unterseite des Leders bildet. Die Narbenseite ist die mit Haaren versehene Außenhaut, die Fellseite, die Wind und Wetter trotzt und normalerweise als Lederoberseite fungiert. Beim sogenannten Veloursleder ist die raue Fleischseite nach außen gewendet. Es gibt Leder mit und ohne Beschichtung. Das unbeschichtete und somit empfindliche Leder heißt Anilinleder.

Leder mit einer nur leichten Schutzbeschichtung firmiert unter dem Begriff Semianilinleder.

Dick aufgetragen wird beim beschichteten Leder. Hier schützt eine künstliche Oberfläche von mindestens 0,15 Millimetern.

Wird die Lederbasis mit einem Belag von mehr als einem Drittel der Gesamtdicke beschichtet ist das Endprodukt ein Materialmix, der offiziell nicht mehr als Leder benannt werden darf! Von besonderer Bedeutung, gerade im Hinblick auf das robust Schuh- und Stiefelwerk von Reitern, ist das Fettleder. Dieses auch als Ölleder bezeichnete Leder wird – wie der Name schon vermuten lässt – mit Fett, Öl oder Wachs wasserabweisend gemacht. So kann man auch bei Regenwetter trockenen Fußes durch den Modder stapfen.

Aufgebröselt – Nein zu Billig-Riemen!

Vielleicht hast Du Dich schon mal gefragt, warum manches Leder-Equipment so viel billiger ist als anderes?

Die Erklärung ist folgende: Sehr preiswerte Riemen die beispielsweise bei Zäumen, Hilfs- oder auch Bügelriemen zum Einsatz kommen, bestehen häufig nicht aus einem Leder-Strang. Nein, um das Rohmaterial Leder zu sparen wird in Schichten gearbeitet und sehr billig Materialien wie Papp, Schäume, oder Kunststoff eingearbeitet.

Auch das sogenannte Spaltleder – auch als Split-Leder bekannt – kann durch die Herstellung bedingt minderwertige Qualität aufweisen.

Es entsteht, wenn man nicht die gesamte Haut, sondern die rund vier Millimeter dicke Haut mit Oberhaut und den dazugehörigen unteren Schichten mittig spaltet. Man unterscheidet hier jedoch zwischen dem hochwertigeren Narben- und Zwischenspalt, sowie dem minderwertigen Fleischspalt, dem Spaltleder mit der Fleischseite. Leder vom Fleischspalt hat grundsätzlich geringere Festigkeitswerte als Narbenleder. Diese Tatsache sollte bei der Anwendung und Verarbeitung berücksichtigt werden. Fleischspalte sind preislich günstiger als Narbenleder. Fleischspalt, der für Billig-Produkte Verwendung findet, ist sehr grobfaserig und wird entsprechend schnell brüchig.

Eine weitere Möglichkeit, Lederprodukte extrem günstig herzustellen, ist das sogenannte Pressleder. Bei diesem Press- oder Klebleder besteht das Leder nicht aus einem gewachsenen Originalstück, sondern kleine Lederabfälle werden zusammengepresst, in Form schabloniert und dann miteinander verklebt. Ein scheinbar ganzes Stück entsteht. Aber es ist im Grunde nur „geleimter Abfall“.

Wenn Du solch minderwertigen Produkten auf den Leim gehst, hast Du in der Regel nicht lange Freude daran. Denn: Natürlich gehen all diese Sparvarianten auf Kosten der Stabilität und das birgt Risiken: Ein Bügel, der beim Springen reißt, ein Zügel, der während des Ausreitens zerfasert – das sind wirkliche Unfallquellen.

Beste Lederware – wie wir für Qualität garantieren

Bestes Leder, erstklassige Verarbeitung und lange Haltbarkeit sind die Faktoren, die bei der Herstellung unserer Produkte für den Pferdesport im Mittelpunkt stehen.

Als Premium-Hersteller fühlen wir uns natürlich in erster Linie unseren Kunden gegenüber verpflichtet, nach den fortschrittlichsten ökologischen Grundsätzen und Verfahren zu arbeiten, und Premium-Equipment

zu produzieren. Darüber hinaus halten wir selbstverständlich die strengen dafür vorgegebenen Gesetzesrichtlinien der EU ein. Sowohl fertigungsbedingte Eigenschaften wie die Lederdicke, -farbe und -oberfläche als auch mechanische Eigenschaften des Leders, zum Beispiel die Zugfestigkeit, die Stichausreißkraft oder das Dauer-Faltverhalten, müssen bestimmte DIN-Normen erfüllen. Um diese Qualitätsansprüche gewährleisten zu können, wird für die Herstellung der Kieffer-Qualitätsprodukte seit vielen Jahren nur hochwertiges, europäisches Leder verwendet.

Qualitätsversprechen Schritt für Schritt

Check in

Im Wareneingang wird der Grundstein für das spätere Qualitätsprodukt gelegt. Die gelieferte Lederware wird mit hoher Sorgfalt auf Mängel wie Narben oder Risse kontrolliert. Nur intaktes, hochwertiges Leder kommt überhaupt zum Einsatz.

Nach eingehender Kontrolle werden die Lederhäute für ihre jeweilige Verwendung ausgestanzt beziehungsweise zugeschnitten.

Mit Fingerspitzengefühl

Die speziellen Einsatzbereiche der einzelnen Zuschnitte erfordern unterschiedlichste Verfahren zur Präparierung, bevor die Lederteile von Hand mit der Nähmaschine zusammengenäht werden können. Es verlangt ein hohes Maß an Geschicklichkeit und Routine an der Nähmaschine, um Lederteile wie Sattelkissen und Satteltaschen per Hand exakt zu nähen.

Routine zählt

In einer weiteren Produktionsstufe werden beim Sattelbau die ledernen Sattelkissen mit Synthetikwolle gepolstert. Dabei kommt es darauf an, die Kissen möglichst gleichmäßig zu polstern. Es bedarf jahrzehntelanger Erfahrung, um eine optimale Polsterung des Kissens zu erreichen.

Finales Zusammensetzen

Nachdem der Sattelbaum mit Leder überzogen ist und weitere Einzelteile des Sattels montiert sind, werden die 100 % rostfreien Beschläge angebracht und der Sattel fertig gestellt.

Auch Trensen, Kandaren, Vorderzeuge und Co. werden final zusammengesetzt und die Riemen mit entsprechenden Schnallen versehen.

Check out

Alle Sättel durchlaufen – genauso wie natürlich auch alle übrigen Lederwaren – vor ihrem Versand die Endkontrolle. Nur dadurch können wir eine 100-prozentige Qualität gewährleisten.

Daran erkennst Du gutes Leder:

  • Intakte Oberfläche ohne Kratzer, Risse oder Brüche – kleine Narben und Unregelmäßigkeiten im Leder hingegen sind keine Fehler, sondern Echtheitsmerkmale eines Naturproduktes
  • Fühlt sich warm und geschmeidig an
  • Stabil, aber weich
  • Riecht würzig, aber nicht chemisch

Wenn Du mehr über Leder und die ideale Lederpflege in Herbst und Winter erfahren möchtest, empfehlen wir Dir unseren Blogreport Lederpflege – heiße Tipps für kalte Tage.

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