Herrlicher Herbstausritt

Wenn die bunten Blätter fallen und die Nebelschwaden steigen, dann ist Herbst. Und was kann es Schöneres geben, als herrliche Ausritte durch die herbstliche Natur zu unternehmen. Damit Dein Herbstausritt zu einem wunderbaren Reiterlebnis wird, solltest Du im Vorfeld einiges bedenken. Dein Pferd muss artig und cool genug sein, um auch bei windigem Wetter ruhig zu bleiben. Du solltest die Strecken samt Bodengegebenheiten kennen. Und natürlich spielt auch die perfekte Ausrüstung eine wichtige Rolle, um das Herbstvergnügen im Sattel in vollen Zügen genießen zu können.

Warum das Ausreiten im Herbst so schön ist

Endlich: Die lästigen Bremsen und fiesen Fliegen sind weg, und die Temperaturen haben sich auf ein angenehmes Maß zurückgezogen. Perfekte Bedingungen für lange Streifzüge mit Deinem Pferd durchs Gelände. Darüber hinaus laden auch jetzt noch Stoppelfelder und abgeerntete Kartoffelacker zu einem flotten Galopp ein. Solche Top-Bedingungen lassen das Reiterherz höherschlagen.

Frischer Wind, fröhliche Pferde

Wenn ein frischer Wind die Blätter von den wogenden Ästen zupft, das Laub raschelnd über den Boden fegt und riesige Plastikplanen von den Silohaufen flattern, heißt es: „Beine zu“, Ruhe bewahren und die Pferde gut kontrollieren. Viele Pferde sind bei Wind etwas schreckhafter als sonst und nutzen jede Gelegenheit, um einen fröhlichen Satz zur Seite zu machen oder im abrupten Kurzkehrt die Richtung zu wechseln. Deshalb sollten nur wirklich sattelfeste Reiter bei Wind ins Gelände reiten. Und auch für die ist es angenehm, wenn das Pferd nicht vor jedem tanzenden Grashalm in die Höhe schreckt. Sorge dafür, dass Dein Pferd grundsätzlich rittig ist und sicher an den Reiterhilfen steht. Das Laufenlassen oder Ablongieren vor dem Ausritt nimmt den ersten Dampf aus dem Pferd. Bodenarbeit und gezieltes Anti-Schrecktraining mit Plastikplanen, Flatterband und umgestürzten Mülltonnen bereiten Dein Pferd auf herbstliche Abenteuer bei frischem Wind vor.

Dass Du Wälder und Alleen bei starkem Wind meidest, versteht sich von selbst.

Bedenke auch: Als Folge von Sturm brechen Äste ab, knicken Bäume um. Wege, die gestern noch frei zu bereiten waren, sind plötzlich unpassierbar.

Für das sichere Durchqueren von Wasser ist Gelassenheit wichtig
Für das sichere Durchqueren von Wasser ist Gelassenheit wichtig

Tiefe Pfützen und brausende Bäche

Nicht alle Pferde lieben Wasser. Manche haben regelrecht Angst davor. Keine günstige Ausgangssituation für den Ausritt im Herbst, schließlich sind die Wege im Herbst übersät mit Pfützen, und die kleinen Rinnsale, die durchs Gelände fließen mausern sich nach Regen im Herbst zu brausenden Bächlein. Damit Dein Pferd keine Furcht hat vor Pfützen-Monstern und Wassergeistern hilft nur eines: Training mit dem kühlen Nass. Das fängt beim Abspritzen auf dem Waschplatz an. Mit ein bisschen Wasser könntest Du künstliche Pfützen auf den Reitplatz anlegen. Oft hilft auch, wenn man dem Pferd ein bisschen Zeit gibt, sich mit der Pfütze auseinander zu setzen. Lasse es am Wasser schnuppern, hineinprusten und einen Huf probeweise hineinstecken. Manchmal ist auch ein gelassenes Führpferd der beste Magnet, unerschrocken durch Pfützen zu stapfen. Wichtig ist: bleibe geduldig aber konsequent. Schließlich willst Du, dass Dein Pferd beim nächsten Herbstausritt routiniert durch jede Pfütze platscht und auch den Bachlauf mutig durchquert.

Vorwärts reiten mit Kontrolle

Wenn Dein Pferd beim Herbstausritt zu stürmisch wird, musst Du versuchen, die Situation ruhig und konzentriert und mit Verständnis für Dein Pferd zu lösen. Du solltest wissen: Pferde sind im Herbst sicherlich bewegungsfreudiger als während der heißen Sommermonate. Das ist generell nicht schlimm und hat auch nichts mit grober Frechheit zu tun. Es zeigt nur, dass Dein Pferd fit, gesund und munter ist. Und das ist ja erfreulich. Viel Stress kannst Du aus dem Weg gehen, wenn Du nach den ersten Minuten im Schritt eine längere Passage im frischen Trab einlegst. So können die Pferde ihrem Bewegungsdrang nachgehen und bauen gar nicht erst Spannung auf. Nach einem kontrollierten Angaloppieren können auch die Galopppassagen im frischen Vorwärts angelegt werden. Natürlich nur, wenn das Zurücknehmen und Durchparieren problemlos gelingt. Pferde sind auf schmalen Waldpfaden übrigens von selber ruhiger, als wenn sich ein breiter Sandweg mit offenen Feldern vor ihnen erstreckt.

Unbeschwerter Galopp übers Stoppelfeld
Unbeschwerter Galopp übers Stoppelfeld

Galopp übers Stoppelfeld

Vereinzelt liegen sie im Herbst noch brach – die abgeernteten Kornfelder und Äcker bieten ein wundervolles Geläuf für einen unbeschwerten Galopp. Bevor Du mit Deinem Pferd übers Stoppelfeld galoppierst, solltest Du zunächst den Bauern um Erlaubnis fragen. Meist haben die Landwirte nichts dagegen. Um zu verhindern, dass Dein Pferd in ein Loch tritt und stolpert oder sogar stürzt, sollte man sich die Mühe machen, die Strecke, die man über das Feld reiten möchte, zunächst einmal zu Fuß abzulaufen. Man wundert sich, wie viele Karnickel hier ihre Bauten gebuddelt haben. TIPP: Damit man die Bodenlöcher später auch vom Pferd aus sieht, kann man beispielsweise einen Ast hineinstecken. Danach steht einem frischen Galopp nichts mehr im Weg. Wenn Dein Pferd vor lauter Freude ein wenig übermütig oder schnell wird, lege Kreise an, die Du immer weiter verkleinerst, bis das Pferd sich in ruhigem Tempo kontrollieren lässt. Wenn Du in der Gruppe galoppierst, bleibt jeder auf seiner Position und es wird kein Wettrennen gestartet. Das verleitet die Pferde zum sogenannten Pullen, sie stürmen kopflos nach vorne und lassen sich nicht mehr regulieren. Eine nicht immer ungefährliche Situation.

Eine Schleppjagd: viel Action in stimmungsvoller Atmosphäre
Eine Schleppjagd: viel Action in stimmungsvoller Atmosphäre

Halali – Der Herbst bittet zur Jagd

Eine wunderbare Tradition ist übrigens das Jagdreiten, das hat jedes Jahr im Herbst Hochsaison. Ob jagdlicher Ausritt oder eine echte Jagd, ob mit oder ohne Hindernisse – das herbstliche Spektakel begeistert auch heute noch Jung und Alt.

Stilvoll gekleidete Reiter, erwartungsvolle Pferde und hoch motivierte Hunde formieren sich zu einem bunten Bild in der herbstlichen Idylle. Gutes Essen, jagdliche Musik und häufig ein zünftiges Get together setzen den feierlichen Rahmen um solch ein Herbst-Highlight zu Pferd.

Sichere Ausrüstung für Deinen Herbstausritt

Ganz wichtig für den herbstlichen Ritt durchs Gelände ist die passende Ausrüstung für Ross und Reiter. Neben Reithelm und Reithandschuhen, die auch bei regennassen Zügeln einen festen Griff garantieren, solltest Du mit wetterfester Kleidung unterwegs sein. Wanderreiter schwören auf Wachsreitmäntel. Reiter, die ihren Herbstausritt ein wenig flotter anlegen wollen, ziehen eine regensichere Jacke an. Wichtig ist, dass diese nicht zu lose sitzt und bei Windböen oder einem schnellen Galopp anfängt geräuschvoll zu flattern. Wer seine guten Lederreitstiefel schonen will, trägt Gummireitstiefel oder aber einfach Mini Chaps aus wasserabweisendem Kunstleder.

Der passende Sattel für Deinen Herbstausritt sollte Dir Sicherheit und Flexibilität bieten.
Der passende Sattel für Deinen Herbstausritt sollte Dir Sicherheit und Flexibilität bieten

Sicher sitzen im Gelände: Im Spring- oder Vielseitigkeitssattel

Dein Pferd ist mit einer normalen Trense mit rutschfesten Gurtzügeln und einem unkomplizierten Gebiss in der Regel gut ausgerüstet. Ein Martingal kann, korrekt verschnallt, eine hilfreiche Ergänzung sein, um das Pferd auch in kritischen Situationen kontrolliert an den Zügelhilfen zu behalten. Platz nimmst Du idealerweise in einem Springsattel oder einem Vielseitigkeitssattel. Schnalle die Steigbügel so kurz, dass Du bequem aufstehen kannst, um im leichten Sitz durch das Gelände zu traben oder zu galoppieren. Wer mit genügend kurzen Steigbügeln im unverkrampften Entlastungssitz im Gelände unterwegs ist, kann Bodenunebenheiten und kleine Hüpfer zur Seite viel besser ausbalancieren, als jemand, der im Dressursattel mit langen Bügeln schwer einsitzt. Apropos Steigbügel. Schnalle einen Steigbügelriemen um den Pferdehals. Einen besseren zusätzlichen Halt für den Notfall, als solch einen Halsriemen gibt es nicht.

Durch regelmäßige Pflege bleibt Dein Zaumzeug schön und geschmeidig
Durch regelmäßige Pflege bleibt Dein Zaumzeug schön und geschmeidig

Leder pflegen nach dem Herbstausritt

Vergiss nach dem Ausreiten nicht, Dein Pferd sorgsam abzupflegen, es warm einzudecken und die Reitausrüstung zu reinigen. Sattel und Trense verdienen nach einem Herbstausritt durch Wind und Wetter eine Extraportion Lederpflege.

Das Team von KiefferMAG wünscht Dir ganz viel Spaß bei Deinem Ausritt im Herbst.

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