Lederpflege – heiße Tipps für kalte Tage

Echtes Leder sieht nicht nur fantastisch aus und fühlt sich super an – es ist zudem langlebig und robust. Darüber hinaus loben Fachleute die Witterungsbeständigkeit des Naturprodukts Leder. Alles Argumente, die für eine Ausrüstung aus hochwertigem Leder spricht.

Doch wie sieht es aus mit dem Pflegebedarf von Leder – gerade jetzt im Herbst und im kommenden Winter? Ist Leder während der kalten Jahreszeit vielleicht besonders pflegeintensiv? Schließlich kommt es bei jeder Gelegenheit mit Nässe in Kontakt. Außerdem sind viele Sattelkammern bei nasskaltem Wetter eben auch stickig und feucht.

Wie Du Deine Leder-Ausrüstung für diese schwierigen äußeren Bedingungen fit machst, wie Du dafür sorgst, dass sie nicht nur schön sauber sondern auch bestens gewappnet gegen Nässe und Kälte ist, das liest Du hier!

Alles Leder oder was?

Leder ist ein echtes Naturprodukt. Das allein spricht schon für den Gebrauch von Leder und setzt es als Ausrüstungs-Material für den Pferdesport ganz klar vor Alternativen aus Kunststoff. Und gerade auch im Hinblick auf die kalte Jahreszeit punktet Leder enorm!

Denn Leder ist strapazierfähig und warm. Leder hat zudem einen riesigen technischen Vorteil vor alternativen Materialien: Ein Gramm Leder hat sage und schreibe bis zu 300 m² innere Oberfläche, da seine feinen Fasern enorm stark miteinander vernetzt sind. Dadurch hat Leder eine hohe Festigkeit gegen Reißen und Biegen. Es ist weitestgehend alterungs- und temperaturbeständig und kann bis zu unglaubliche 30 Prozent Wasser aufnehmen, ohne „nass“ zu werden. Das sind gerade auch in der kalten Jahreszeit deutliche Argumente für Leder.

Darüber hinaus kann Leder Feuchtigkeit transportieren, es also auf einer Seite aufnehmen und dann nach außen abgeben. Kein Ersatzstoff, kein Kunstleder erreicht diese Fähigkeiten auch nur annähernd. Darum schwitzt man in Gummistiefeln auch immer mehr als in wasserdichten Wanderschuhen aus Leder. Die Atmungsaktivität des Leders ist einfach unersetzbar.

Reiten im Regen – das Lederpflege SOS

Was Du über das Eindringen von Wasser in Leder unbedingt wissen solltest: in größeren Mengen zerstört Wasser die Faserstruktur des Leders. Die Fasern quellen auf und verlieren dabei ihre netzartige Struktur. In diesem Zustand verliert das Leder an Zugfestigkeit und Haltbarkeit. Gerätst Du beispielsweise während eines herbstlichen Ausrittes in einen heftigen Platzregen und wird Dein Sattelzeug entsprechend durchnässt, hilft Dir dieses Lederpflege-SOSEntferne Schlamm und oberflächlichen Schmutz vorsichtig, bevor Du das Leder leicht antrocknen lässt. Du kannst es auch oberflächlich mit einem saugfähigen Tuch trocken reiben.

Dann trägst Du einen speziellen Conditioner auf solange das Leder noch feucht und aufnahmefähig ist. Das verhindert das Austrocknen des Leders während des weiteren Trocknungsprozesses, bei dem nicht nur das Wasser, sondern auch spezielle Leder-Öle ausgeschwitzt werden, so dass die Fasern austrocknen und brüchig werden. Das Leder fühlt sich steif und trocken an. Behandelst Du das Leder aber rechtzeitig mit der entsprechenden Lederpflege, kannst Du das wirkungsvoll verhindern und das Leder bleibt trotz fieser Regenattacke schön geschmeidig.

Durchweichtes Leder muss allmählich und sanft trocknen, vermeide deshalb unbedingt direkte Hitzeeinwirkung, sonst verläuft der Trocknungsprozess zu schnell und ungleich. Das Leder wird rissig.

Wie wirkt sich aggressiver Pferdeschweiß eigentlich aufs Leder aus?

Pferde, die in ihrem dicken Winterpelz geritten werden, schwitzen bei der Arbeit stark. Das ist für das Sattelzeug aus Leder eine echte Herausforderung. Denn Hautschweiß und Hautfette sind nicht konserviert, das bedeutet, sie oxidieren. Wenn diese Stoffe im Leder sind, verbrauchen sich dort die Gerbstoffe im Kampf gegen fremde Oxidation und das Leder bricht. Daher ist eine regelmäßige Reinigung und Pflege des Lederzeugs ganz besonders wichtig.

Greift Kälte das Leder an oder ist Leder kälteresistent?

Kein Material auf dieser Welt mag starke Temperaturschwankungen. Da macht Leder keine Ausnahme. Extreme Temperaturen setzen Leder auf Dauer zu. Es beginnt zu „arbeiten“. Eine kühle Lagerung alleine ist kein Problem. Kälte konserviert sogar. Die Feuchtigkeit geht aber meist Hand in Hand einher mit der Kälte und ist das eigentliche Problem. Darüber hinaus sind kalte Materialien zumeist auch starrer und leiden deshalb bei starken Dehnungen oder Spannungen. Kälte ohne Belastung ist daher nicht schlimm. Aber Leder, das bei der Benutzung stark gebogen und geknickt wird, das leidet und geht kaputt.

Tägliche Leder-Reinigung

Durch regelmäßige Pflege bleibt Dein Zaumzeug schön und geschmeidig
Durch regelmäßige Pflege bleibt Dein Zaumzeug schön und geschmeidig

Trense und Sattel werden auch in Herbst und Winter selbstverständlich jeden Tag nach Gebrauch gereinigt und nicht nur alle Jubeljahre, wenn Reitabzeichen oder Turnierstarts auf dem Programm stehen. Gerade jetzt muss Leder top gepflegt sein, denn nur so können ihm Nässe, Pferdeschweiß und Kälte nichts ausmachen. Was darüber hinaus für die tägliche Lederpflege spricht: Frische Verunreinigungen lassen sich viel leichter entfernen als eingetrocknete.

An der Innenseite von Sattel und Trense greift insbesondere der Pferdeschweiß das Leder an und macht es auf Dauer hart. Auch Haut- und Fellpartikelchen sowie Staub müssen hier entfernt werden. Das ist wichtig, denn festgesetzter Dreck scheuert Dein Pferd unangenehm und führt zu wunden Stellen.

Staubiger Hallensand und klebrige Matschespritzer setzen sich auf der Außenseite des Lederzeuges fest. Zusätzlich strapazieren hier Regengüsse und Schneeschauer die Ausrüstung aus Leder.

Sauber und gepflegt

Die Behandlung mit Sattelseife erfolgt mit einem feuchten Schwamm. Ist der Dreck entfernt, wird mit lauwarmem Wasser nach gewischt. Anschließend reibt man mit einem trockenen Tuch nach.

Zirka alle zwei Wochen fügt man der täglichen Sattelzeug-Hygiene einen weiteren Schritt hinzu, der das Leder in seiner natürlichen Langlebigkeit unterstützt: Die Lederteile werden konserviert. Ob mit Lederöl, Lederfett oder einem Balsam, es gibt hier sehr gut geeignete Produkte zur Lederpflege. Diese werden in der Regel mit einem Schwämmchen aufgetragen und ins Leder einmassiert. Lederöl kannst Du auch mit einem Pinsel auftragen. Es eignet sich besonders gut dazu, die Nahtstellen oder die schlecht erreichbaren Sattelregionen mit Pflegemittel zu versehen. Das Leder wird durch die fettenden Produkte genährt, bleibt weich und geschmeidig, Schmutz und Wasser abweisend und geschützt.

Ist das Pflegemittel eingezogen, kann man Sattel und Trense mit einem weichen Lappen nachpolieren.

Für dieses besondere Finish eignet sich eine Lederpflegecreme oder ein hochwertiges Bienenwachs Lederöl, das in einem letzten Pflegeschritt dünn aufgetragen und nachpoliert wird.

Wenn Du es eilig hast und einen Arbeitsschritt sparen willst, kannst du auch nach einem Kombiprodukt wie beispielsweise einem Lederfluid greifen. Solch ein praktisches All-in-one-Präparat säubert nicht nur, sondern wirkt beim Reinigen bereits pflegend.

Feuchtigkeit setzt Leder zu

Leder besteht zu acht bis 15 Prozent aus Feuchtigkeit. Das ist zum Teil chemisch gebundenes Wasser und zum Teil die Feuchtigkeit, die das Leder aus der Raumluft aufnimmt. Dabei kann Leder bis zu 30 Prozent des Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen ohne nass zu werden.

Aber: Bei einer dauerhaften Luftfeuchtigkeit von mehr als 70 Prozent, einer zu hohen Raumtemperatur und mangelndem Luftaustausch, muss auch das beste Leder passen: Jetzt haben Pilze und Bakterien leichtes Spiel und es entsteht Schimmel.

Viele Leder bekommen bei falscher Lagerung einen weißlichen oder grünlichen Belag oder nehmen einen unangenehmen Geruch an. Meistens ist Schimmel hierfür die Ursache.

Ob Leder oder Kunststoffprodukte – permanente Feuchtigkeit setzt den Materialien auf Dauer zu. Insbesondere gepaart mit Wärme finden üble Pilzsporen, die einen Schimmelbefall verursachen, die besten Lebensbedingungen. Wärme im Winter? Ja – denn viele Sattelkammern sind nicht nur schlecht gelüftet, sondern völlig überheizt. Schließlich wärmen sich die durchgefrorenen Reiter hier zwischendurch gerne einmal auf. Insofern ist es nicht die Kälte des Winters, sondern die stickige und warme Sattelkammer, die für einen regelrechten Schimmel-Schub in der kalten Saison sorgt.

Leder luftig lagern

Idealerweise sollte Leder bei einer Raumtemperatur zwischen zehn bis fünfzehn Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 Prozent gelagert werden, wobei auf ausreichende Luftzirkulation zu achten ist.

Beachtet man die ausreichende Luftfeuchtigkeit bei „normaler“ Raumtemperatur und ist die notwendige Zirkulation der Luft vorhanden, bleibt das Leder lange geschmeidig und robust. Aber auch alle damit verbundenen Materialien fühlen sich unter den optimalen Lagerbedingungen wohler. Das Metall korrodiert nicht so leicht und auch Kunststoffteile und Verbundteile schimmeln nicht.

Eine dauerhaft zu geringe Temperatur lässt Leder wiederum trocken und steif werden. Bei zu langer und trockener Lagerung verliert das Leder sogar die chemisch gebundene Feuchtigkeit. Dieser Verlust macht das Leder hart und porös. Diese Schädigung ist irreversibel.

Das Sattelzeug sollte nicht direkt an der Heizung gelagert werden. Das Leder trocknet und bleicht aus.

Raumentfeuchter selber machen

Gelagert wird ledernes Zubehör in einer (abschließbaren) Sattelkammer bei kühler Zimmertemperatur. Ein relativ trockenes Raumklima muss sein, sonst befällt unansehnlicher Grünschimmel die wertvollen Gegenstände. Unter Umständen helfen so genannte Raumentfeuchter dabei, tief sitzende Nässe trockenzulegen.

Weißt Du, wie Du einen DIY-Raumentfeuchter herstellst? Das geht ganz leicht und ist super günstig. Nimm einfach eine alte Socke, befülle diese mit Katzenstreu und binde sie zu. Nun kannst du einigen Deiner praktischen selbstgemachten Luftentfeuchter in der Sattelkammer oder sogar in Deinem Spind verteilen und so Dein Lederzeug vor zu viel Feuchtigkeit schützen.

Schützen kannst Du Deinen Sattel mit einem Schonbezug, der nicht nur Staub fernhält, sondern die glatte Fläche auch vor unschönen Kratzern schützt. Dieser Sattelüberzug sollte nur auf einem leidlich trockenen Sattel aufgezogen werden!

Ausrüstungs-Tipp

Regenfest geschont

Ein wasserdichter Sattelschoner zum Reiten kann gegen das Durchnässen des Sattels bei Regen hier gute Dienste leisten. Insbesondere das Regenwasser, das von wasserdichten Reitjacken abperlt, landet ansonsten auf dem Sattel und setzt diesem zu.

Apropos Leder:

Beim Reiten in Regen oder Schnee wird nicht nur das Sattelzeug aus Leder strapaziert. Auch die Lederstiefel oder Lederchaps werden von der Nässe angegriffen und müssen schonend getrocknet und gut gepflegt werden. Wir vom Team Kieffer empfehlen hierfür neben Schuhputzzeug alternativ auch eine kombinierte Leder- und Sattelpflege.


Weitere inhaltsstarke Blogs rund ums Thema Lederpflege folgen. Freue Dich auf Wissenswertes zum Sattelzeug und wie Du es am besten pflegst.

Gefällt Dir dieser Beitrag und Du möchtest Dein Feedback loswerden? Du hast Fragen? Schreib uns gerne einen Kommentar oder eine E-Mail!

0 Kommentare zu “Lederpflege – heiße Tipps für kalte Tage

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.