Licht im Dunkeln – Gut sichtbar in der dunklen Jahreszeit

„Sicherheit durch Sichtbarkeit“ – dieser ADAC-Slogan bringt es auf den Punkt: Nur wenn Du mit Deinem Pferd gut sichtbar bist, kannst Du in der dunklen Jahreszeit sicher unterwegs sein.

Schlechte Sichtverhältnisse

Die dunkle Jahreszeit hat begonnen. Morgens wird es spät hell und abends früh dunkel. Darüber hinaus sind viele Tage diesig oder nebelig, regenverhangen und einfach grau. All das führt dazu, dass alle Verkehrsteilnehmer schlecht gesehen werden. Das gilt für Fußgänger genauso wie für Fahrradfahrer oder eben Reiter. Wenn Du mit Deinem Pferd nun auf der Straße unterwegs bist, musst Du alles tun, damit Dich die anderen Verkehrsteilnehmer frühzeitig gut sehen können.

Bei schlechter Sicht durch Dämmerung und Dunkelheit steigt das Unfallrisiko im Straßenverkehr um das Dreifache. Kommen Regen und Schnee hinzu ist sie zehnmal höher als normal. Eine wirklich riskante Situation also, wenn Du jetzt mit Deinem Pferd unterwegs bist und nicht gut zu sehen bist.

Studien belegen, dass Verkehrsteilnehmer, die dunkel bekleidet und ungenügend beleuchtet sind, für einen Autofahrer erst ab einer Entfernung von 25 Meter sichtbar sind. Und das ist richtig knapp. Schließlich beträgt der Bremsweg schon bei vergleichsweise langsamen 50 km/h 28 Meter!

Ausgerüstet mit reflektierendem Sicherheitszubehör und Leuchtaccessoires bist Du hingegen schon auf einer Entfernung von 150 Metern zu sehen. Optimal beleuchtet wirst Du also fünf Mal früher wahrgenommen, als wenn Du schlecht sichtbar unterwegs bist.

Achtung: Licht im Dunkeln

Sobald sich die Dämmerung ankündigt, müssen Reiter und Pferd sich so ausrüsten, dass sie klar und deutlich zu sehen sind. Auch von weitem und nicht erst dann, wenn ein Auto sie anleuchtet. Dabei gilt: Nur, weil der Reiter im diffusen Dämmerlicht seinen Weg noch findet, bedeutet das nicht, dass er auf eine entsprechende Ausleuchtung verzichten darf. Hier muss das „Gesehenwerden“ ganz klar im Focus stehen! Das ist auch per Gesetzt genauso vorgeschrieben:

Gesetzliche Pflicht

Dass Reiter und Pferd gut ausgeleuchtet sein müssen, ist in der Straßenverkehrsordnung vorgeschrieben. Dort heißt es unter anderem „Es soll sowohl beim Führen eines Pferdes als auch beim Reiten eine nicht blendende Leuchte mit weißem Licht verwendet werden, die auf der linken Seite von vorne und von hinten gut sichtbar ist. Hintergrund dieser Vorschrift ist, dass eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer vermieden werden soll. (…)

Kommt es zu einer Kollision zwischen Reiter und Pkw, ist zumindest ein Mitverschulden des Pferdehalters zu berücksichtigen, lag keine ausreichende Beleuchtung vor. Dies gilt selbst dann, wenn der Pkw zu schnell gefahren sein sollte.“

Das was hier gesetzlich gefordert ist, ist allerdings nur die minimalste Anforderung an die Sichtbarkeit von Reiter und Pferd. Um auf der sicheren Seite zu sein, solltest Du viel, viel mehr tun!

Hell erleuchtet durch die Dunkelheit

In der Dunkelheit und bei schlechten Sichtverhältnissen werfen grelle und fluoreszierende Farben und reflektierende Streifen auf spezieller Warnkleidung das Licht von Scheinwerfern zurück. Diese Schutzausrüstung sorgt dafür, dass Reiter und Pferd von anderen Verkehrsteilnehmern rechtzeitig gesehen werden.

Die Auswahl an Leucht-Artikeln für Reiter und Pferd ist inzwischen riesengroß und kann grob eingeteilt werden in passive Leuchtausrüstung, die das Licht reflektiert und in die aktive Leuchtausrüstung, die von sich aus mittels LED Licht ausstrahlt. Neben der im Straßenverkehrsrecht per Gesetz erforderlichen Leuchte links am Pferd (oder am linken Stiefel des Reiters) ist eine weitere Signal-Ausrüstung zwar keine Pflicht, sie wird jedoch in allen offiziellen Schreiben explizit empfohlen!

Leuchtende Konturen

Um auf weite Sicht klar erkennbar zu sein, reicht es für einen Reiter nicht aus, sich eine Sicherheitsweste überzuziehen. Denn durch diese „Ausschnittsbeleuchtung“ können andere Verkehrsteilnehmer aus der Ferne gar nicht erkennen, dass sich ein Reiter-Pferde-Gespann am Rande der Fahrbahn bewegt. Besser ist es, die Umrisse von Pferd und Reiter deutlich erkennbar zu machen, so dass die Verkehrsteilnehmer durch die leuchtenden Konturen frühzeitig und klar einschätzen können, was ihnen da über den Weg läuft. Also gilt für Dich als Reiter im Grund derselbe Anspruch wie für genormte Warnkleidung, die beispielsweise von Straßenarbeitern getragen wird: Die müssen nämlich sowohl die fluoreszierenden als auch reflektierenden Materialien so auf dem Kleidungsstück verteilen, dass eine Rundumsichtbarkeit der Person in möglichst allen Körperhaltungen und Positionen erreicht wird.

Bewegtes Licht

Das praktische LED-Leuchthalfter in Kieffer-Qualität, welches exklusiv über Reinecke Equestrian erhältlich ist, leistet gute Dienste im Dunkeln und macht z.B. beim Führen mit heller Leuchtkraft auf Euch aufmerksam.
Das praktische LED-Leuchthalfter , welches exklusiv über Reinecke Equestrian in Kieffer-Qualität erhältlich ist, leistet gute Dienste im Dunkeln und macht z.B. beim Führen mit heller Leuchtkraft auf Euch aufmerksam.

Um also ein leuchtendes Profil von Pferd und Reiter zu zeichnen, sollten oben und unten, vorne und hinten, rechts und links Lichtreflexe gesetzt werden und durch große Leuchtflächen gefüllt werden. Vor diesem Hintergrund sind beispielsweise reflektierende Gamaschen oder auch Hufglocken ein nicht zu unterschätzender Ausrüstungsgegenstand. Hinzu kommt, dass die Autoscheinwerfer die Straße ausleuchten und deshalb Leuchttextilien, die sich verhältnismäßig tief am Pferd befinden eher beleuchtet werden und reflektieren als beispielsweise eine Safety-Weste des Reiters oben auf dem Pferd. Zudem bewegen sich die Gamaschen auf Schritt und Tritt, setzen dadurch flexible Lichtpunkte und ziehen so ein Maximum an Aufmerksamkeit auf sich.

Für die Front dienen Leucht-Trensen, Leucht-Halfter oder auch aktiv blinkende Stirnbänder. Und auch die Stirnlampe des Reiters leistet hier gute Dienste. Das Schlusslicht der lichten Konturen setzt ein Schweifschoner oder die über den Pferdepo ragenden Leuchtdecke. Neben den Stiefellampen können auch aufgeklebte Leuchtstreifen die seitliche Sichtbarkeit erhöhen.

Von Kopf bis Fuß

Vom blinkenden Stirnband über die neon-glänzenden Gamaschen bis hin zu den reflektierenden Schweifschonern, vom Reflex-Helmüberzug über die Sicherheitsweste bis hin zu Leuchtstreifen an den Reitstiefeln – wer möchte kann sich und sein Pferd ohne Probleme rundherum gut sichtbar ausrüsten und angemessen vor Unfällen schützen.

Komplett oder aufgepeppt

Obwohl etliche Leuchttextilien auf dem Markt sind, werden in der Regel nur ein paar Basics wie Decke, Weste und Helmlampe gekauft. Darüber hinaus greifen viele Reiter zu reflektierenden Klebe- und Klettstreifen sowie zu verstellbaren Blinkbändern. Diese günstigen Kleinteile kannst Du an Dir und Deinem Pferd überall dort anbringen, wo kein komplettes Leuchtequipment vorhanden ist. Du kannst also Deine Basis-Leuchtausrüstung problemlos und kostengünstig mit reflektierenden und fluoreszierenden Applikationen ergänzen.

Häufig werden Leuchtmaterialien im Reitsportfachhandel nicht nur einzeln, sondern auch in einem praktischen Set angeboten. Neben der obligatorischen Weste und Decke gehören meist auch Schweifschoner und einige Leuchtbänder, die man über Lederriemen kletten kann.

Scheinwerfer an

Die Reflex-Materialien dienen in erster Linie dazu, von den anderen Verkehrsteilnehmern gesehen zu werden. Um selber nicht im Dunkeln zu tappen, kannst Du Dich darüber hinaus mit einer aktiven Beleuchtung ausrüsten. Hierzu zählt neben der seitlichen Stiefellampe in erster Linie eine starke Helmlampe. Die Auswahl an Modellen ist dabei extrem groß: Angefangen von einer äußerst praktischen Helmklammer mit bis zu fünf nebeneinander platzierten kleinen LEDs über normale Helmlampen für Jogger und Reiter bis hin zu regelrechten Hightech-Lampen aus dem Outdoorbereich mit extrem großer Reichweite und super starker Leuchtkraft. Der Klassiker unter den Helmlampen, die im Reitsport vermarktet werden, ist nach wie vor eine Helmlampe mit einer einzelnen großen LED. Diese kannst Du sowohl auf „Blinken“ als auch auf „Dauerleuchten“ einstellen. Fixiert wird solch eine Kopflampe mit ein oder zwei breiten Gummibändern, die um den Helm geschnallt werden. Denke unbedingt daran, bei der Helmlampe und auch bei der Stiefellampe die Batterien rechtzeitig auszutauschen. Das gilt natürlich auch für sämtliche Blinkelemente. Bedenke auch: Eine optimale Lichtreflexion bietet entsprechende Ausrüstung nur, wenn sie sauber ist. Denn nur dann kann das eintreffende Licht zu den „Lichtspiegeln“ im Inneren der Leuchtprodukte dringen und von dort reflektiert werden. Und auch Deine Helm- und Stiefellampe sollte immer sauber sein!

Gute Sicht im Dunkeln

Pferde sehen im Dunkeln übrigens besser als Menschen. Das liegt an den sogenannten „leuchtenden Teppich“ der sich im Pferdeauge hinter der Netzhaut befindet. Dieser wirkt wie ein Restlichtverstärker. Und erstaunlicherweise sind Pferde in tiefer Dunkelheit durchaus cool! Der Grund dafür liegt in ihrer Evolution: Gefährliche Raubtiere gehen nachts nicht auf die Jagd. Sie jagen bevorzugt im Dämmerlicht. Deshalb ist das eine Zeit, in der Pferde relativ unruhig sind, und auf jeden Schatten und jede Bewegung nervös reagieren.

Licht-Echo von kleinen Kugeln

Reflexmaterial besteht aus unzähligen kleinen Glaskügelchen – pro Quadratzentimeter bis zu 30.000 Stück nebeneinander! Diese Kügelchen werfen einfallendes Licht, beispielsweise das eines Autoscheinwerfers, in die Richtung zurück, aus der es kommt.

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