Rundherum gut drauf – welche Ausrüstung Du zum Longieren brauchst

Longieren ist eine wunderbare Alternative zum Reiten – vorausgesetzt Du longierst korrekt und benutzt zum Longieren die passende Ausrüstung. Welches Equipment Du benötigst, um Dein Pferd an der Longe zu arbeiten, erfährst Du in diesem Blogbeitrag.

Womit genau Du Dein Pferd zum Longieren ausrüstest, ist zunächst einmal davon abhängig, mit welchem Ziel Du Dein Pferd longierst. Möchtest Du es nur an der Longe laufen lassen? Möchtest Du es richtig arbeiten und korrekt an der Longe ausbilden?

Fürs lockere Laufenlassen benötigst Du nichts weiter als ein Halfter, eine Longe und eine Longierpeitsche. Für die reelle Arbeit an der Longe brauchst Du auf jeden Fall noch den passenden Longiergurt samt Bauchgurt und Unterlage, eine geeignete Zäumung sowie die entsprechenden Hilfszügel!

Eins vorab: Longieren ist kein Reitersatz zweiter Klasse und verdient deshalb eine sichere, passende und komfortable Ausrüstung, mit der Du optimal einwirken und arbeiten kannst!

Die Longe – das Herzstück Deiner Longierausrüstung

Was Du zum Longieren immer brauchst, egal ob Du Dein Pferd locker am Halfter laufen lässt, oder es bei der Arbeit an der Longe gymnastizierst, ist: DIE LONGE!

Die Longe, die Du zum Longieren wählst, sollte wirklich hochwertig sein. Warum? Weil Longen, die eine mindere Qualität haben, einfach nicht gut in der Hand liegen und sich schlecht händeln lassen. Das ist fatal. Schließlich ist die Longe die direkte Verbindung zu Deinem Pferd. Über die Longierleine kommunizierst Du mit dem Pferd. Damit Dein Pferd versteht, welche Hilfen Du beim Longieren gibst, muss die Longe ganz klare Signale senden. Sie muss also die Hilfe, die Du mit der Hand gibst, präzise weiterleiten.

Deine Longe sollte mindestens 8 Meter lang sein, damit Dein Pferd auf einem großen Zirkel gearbeitet werden kann. Kleinere Zirkellinien belasten auf Dauer die Pferdebeine.

Deine Longe sollte bevorzugt aus einem Naturmaterial wie zum Beispiel Baumwolle oder zumindest einer Mischung mit Baumwollanteil bestehen. Dieses Material kann als festere Gurtlonge oder als Softlonge verarbeitet sein. Die Longe sollte keine scharfen Kanten oder aufgeworfene Nähte aufweisen. Sonst tut sie in Deinen Händen weh und verletzt Dich unter Umständen, wenn viel Zug auf die Longe kommt.

Alles hat ein Ende – nur die Longe hat zwei: Wie Du die Longe richtig hältst und verschnallst

Das Ende der Longe, das du in Deiner Hand hältst, ist als Sicherheitsschlaufe geformt.

Die meisten Reiter halten die Longe zwischen Daumen und Zeigefinger. Wusstest Du, dass die wirklichen Longier-Experten das anders machen? Echte Profis schwören aber auf eine Longenführung zwischen Mittel- und Zeigefinger. Auf keinen Fall solltest Du die Longe nur über den Daumen legen. So hältst Du das Pferd mit Sicherheit nicht, wenn es einmal wegrennt.

Zum Fixieren der Longe am Halfter, an der Trense oder dem Kappzaum eignet sich entweder ein Karabinerhaken oder eine Lederschlaufe. Je nach Modell haben manche Longen an ihrem Ende einen solchen Karabiner oder eben eine solide Lederschlaufe, die Du dann entweder einhakst oder einschnallst. 

Welche Longen Du besser nicht benutzt

Leichte Nylonlongen und Longen mit Lederstegen solltest Du am besten nicht verwende. Warum wir davon abraten? Das siehst Du hier auf einen Blick!

Darum solltest Du nicht mit Nylonlongen und Longen mit Lederstegen longieren:

  • Nylonlongen sind extrem leicht und insofern sehr anfällig für Wind: Diese Longen kann man eigentlich nur in der Halle verwenden. Draußen beginnen sie schnell zu flattern. Nylonlongen sind darüber hinaus sehr „scharf“ und tun in den Händen weh!
  • Longen mit aufgesetzten Lederstegen können ganz schön gefährlich sein: Zieht Dein Pferd die Longe durch die Hand gerissen, kannst Du Dich übel verletzen.
  • Achtung: Bestimmt ist dir das auch schon mal passiert: Du hast einen oder mehrere Knoten in der Longe. Die musst Du sofort lösen. Denn sonst ist auch hier die Verletzungsgefahr durch Knoten in der Leine groß! Deshalb darfst Du eine gerissene Longe auch nicht einfach zusammenknoten. Ist Deine Longe gerissen, solltest Du auf jeden Fall eine neue Longe kaufen!

Lang und leicht – was Du über die Longierpeitsche alles wissen musst

Die Longierpeitsche besteht aus zwei Teilen. Dem Stock und dem Schlag. Damit ist die Peitsche zum Longieren im Grunde aufgebaut wie eine Angel. Der Stock der Longierpeitsche ist als fester oder leicht elastischer Stab geformt. Als Schlag der Longierpeitsche bezeichnet man die Schnur, die am Schlag fixiert ist und mit der Du Dein Pferd zum Treiben leicht berührst.

Die Peitsche muss lang genug sein, um das Pferd jederzeit touchieren und antreiben zu können. Du wirst Dich wundern, wie schnell Dein Pferd merkt, wenn Du es mit der Longierpeitsche gar nicht erreichst. Bereits nach kurzer Zeit weiß es, dass die Longiergerte, die Du zum Treiben benötigst, zu kurz ist. Dann nimmt das Pferd diese treibende Hilfe nicht mehr ernst.

Eine gute Longierpeitsche ist ausbalanciert. Dazu sollte das Verhältnis von Stock zu Schlag 1:1,5 betragen. Zu empfehlen ist eine mindestens 7,50 Meter lange Peitsche. Ist der Stock 3 Meter und der Schlag 4,5 Meter lang, kannst Du Dein Pferd jederzeit erreichen!

Die modernen Longierpeitschen sind häufig aus Carbon, sehr leicht und im Teleskop-Format. Sie bestehen zumeist aus zwei bis drei Teilstücken, die ineinander geschoben werden. So lassen sie sich bequem transportieren und verstauen.

Wie Du die Peitsche zum Longieren korrekt benutzt

Die Peitsche wird aus Sicherheitsgründen nie auf den Boden gelegt. Dass sie dabei zerbrechen kann, ist das kleinere Problem. Hebt man sie aber hinter dem Pferd vom Boden hoch, kann es sich dabei erschrecken: Entweder stürmt es dann los oder es schlägt nach hinten aus und trifft Dich im schlimmsten Fall sogar.

In Grundstellung wird die Peitsche leicht nach oben und weit hinter dem Pferd gehalten. Diese Haltung ist viel sinnvoller, als wenn Du die Longierpeitsche in Richtung Sprunggelenk hältst. Ein leichtes Vorschwingen, und Du kannst Dein Pferd auf unaufwändige Art treiben.

Wichtig: Sobald sich im Schlag ein Knoten bildet, entferne ihn möglichst rasch.

Bitte anschnallen – wichtige Fakten rund um den Longiergurt

Zu Deiner Longierausrüstung sollte auch ein guter Longiergurt gehören. Er besteht entweder aus Neopren oder aus Leder. Sehr geeignet sind auch Longiergurte, die aus Neopren bestehen. Dieser sollte im besten Fall mit Textilgewebe versehen werden, damit die Beschläge halten!

Wichtig ist: Der Gurt zum Longieren muss genügend Ringe besitzen, an denen man die Hilfszügel in verschiedenen Positionen befestigen kann. Vier bis sechs Ringe auf jeder Seite, zudem einen zentralen Ring mittig oben auf dem Gurt, sind ideal.

Der Gurt sollte Deinem Pferd ebenso passen, wie auch ein Sattel immer passen muss!

Das bedeutet, der Longiergurt muss genügend Schulterfreiheit bieten und er darf im Bereich des Widerrists nicht aufliegen. Natürlich sollte der Gurt keine scharfen Ecken und Kanten aufweisen. Diese würden Dein Pferd in seiner Bewegung behindern und Schmerzen verursachen. Den Longiergurt kombinierst Du mit dem passenden Bauchgurt und schnallst ihn über ein etwas dickeres Pad. Du kannst dazu normale Unterlagen nutzen, wie Du sie sonst unter Deinen Sattel legst. Eine super Unterlage zum Longieren ist beispielsweise unsere Schabracke Air-Tex Antischock.

Von sehr leichten Longiergurten aus reiner Baumwolle raten wir ab: Solch ein Gurt ist nicht stabil genug. Er liegt nicht wirklich ruhig und verrutscht, wenn der Gurt Zug über die Hilfszügel bekommt. Das schafft Unruhe und die Wirkung der Hilfszügel ist gestört. Das Pferd kann sich nämlich nicht vom Gebiss abstoßen, weil die Zügel keinen wirklichen Fixpunkt im Gurt haben.

An den speziellen Longiergurten kannst Du die Hilfszügel einschnallen. Natürlich kannst Du auch mit Sattel longieren. Die tatsächlich beste Ausrüstung, die von vielen Experten empfohlen wird ist die Kombination aus Longiergurt und Sattel. Dafür entfernst Du die Steigbügel und schnallst den Longiergurt über den Sattel: Das hat vier entscheidende Vorteile:

Longieren mit Sattel und Gurt – ein vierfaches Plus

  • Du fixierst die Sattelblätter
  • Du nutzt die vielfältigen Verschnallmöglichkeiten, die der Longiergurt mit Ringen bietet
  • Der Druck durch die Hilfszügel verteilt sich großflächiger auf den Pferderücken
  • Der Pferderücken wird großflächig aktiviert

Halfter, Trense und Kappzaum – diese Zäumungen eignen sich zum Longieren

Wenn Du Dein Pferd nur laufen lassen willst, nimm ein solides Halfter. Möchtest Du es mit Deiner Trense longieren, solltest Du die Zügel vor dem Longieren abschnallen. Alternativ kannst Du die Zügel auch zusammendrehen und im Kehlriemen befestigen. Dreh die Zügel eng genug ein, so dass die Zügel nicht schlackern! Ein doppelt gebrochenes, dickeres Gebiss eignet sich am Besten zum Longieren.

Eine tolle Zäumung für die Arbeit an der Longe ist der sogenannte Kappzaum. Ein Kappzaum ist ein solides Kopfgeschirr und sollte aus komfortablen Leder gefertigt sein. Seine Besonderheit: Der Kappzaum hat drei Ringe auf dem Nasenriemen in dem Hilfszügel befestigt werden können. Der Kappzaum wird ohne Gebiss verwendet. Er wirkt über den Nasenrücken und öffnet das Genick. Wir haben bei unseren Kappzäumen sowohl den Nasenriemen als auch das Genickstück soft abgepolstert aber darauf geachtet, dass diese Unterfütterung nicht zu dick ist. Das würde nämlich eine präzise Hilfengebung verhindern.

Top Drei – Diese Hilfszügel helfen Dir beim Longieren

Die Verwendung von Hilfszügen ist für ein korrektes und effektives Longieren Pflicht. Ausbinder, Dreieckszügel und Laufferzügel sind für die gymnastizierende Arbeit an der Longe besonders geeignet. Die Ausbinder sollten weder elastisch noch mit Gummiring versehen sein. Nur so ist eine sichere Anlehnung für das Pferd möglich.

Nur für Fortgeschrittene – Die Doppellonge

Neben dem Longieren mit einfacher Longe kommt auch das Benutzen der Doppellonge zunehmend in Mode. Die Doppellonge sieht auf den ersten Blick ganz ähnlich aus wie eine einfache Longe. Aber, sie weist zwei entscheidende Unterschiede auf:

Die Doppellonge ist doppelt so lang wie eine normale Longe. Das bedeutet, die Doppellonge sollte mindestens 16 Meter lang sein.

Die Doppellonge hat an beiden Enden Karabiner oder Lederschlaufen, um sie am Gebiss oder im Kappzaum des Pferdes einzuschnallen. Eine Halteschlaufe gibt es nicht. Du hältst einfach die Longe in der Mitte fest.

Voraussetzung für die Arbeit mit der Doppellonge ist, dass Du im Umgang mit der einfachen Longe bereits sicher bist und Dein Pferd mit Longe und Lonigerpeitsche routiniert arbeiten kannst. Wie Du mit einer Doppellonge longierst, solltest Du Dir unbedingt von einem Ausbilder zeigen lassen. Nutze dafür ein ruhiges und erfahrenes Pferd.

Sicherheit geht vor – Weiteres Zubehör zum Longieren

Trage aus Sicherheitsgründen immer Reithandschuhe zum Longieren. Sonst riskierst Du schmerzhafte Verletzungen wie Schnitt- oder Brandwunden, wenn Dein Pferd Dir die Longe durch die Hand zieht.

Du solltest Dein Pferd beim Longieren mit Gamaschen schützen. Diesen Beinschutz benötigst auf jeden Fall, wenn Dein Pferd beschlagen ist.

Jetzt bist Du bestens informiert und hast erfahren, welche Ausrüstung Du zum Longieren benötigst. Wir hoffen, dass wir Dir damit weiterhelfen konnten!? Sonst frag gerne nach!

Du weißt, wir bauen unsere Infothek im Kieffer-Magazin beständig aus. Hier findest Du ganz bald weiterführende Reports zu folgenden Themen:

  • Longieren leicht gemacht – Schritt für Schritt zur korrekten Arbeit an der Longe
  • Hilfreich – welchen Hilfszügel brauchst Du
  • Zäumung ohne Gebiss – Alles, was Du über den Kappzaum wissen musst

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