Sauber verstaut im Sattelschrank – wie Du Sättel und Co. am besten aufbewahrst 

Bestimmt kennst Du den Spruch „Ordnung ist das halbe Leben“. Doch: Es ist gar nicht so leicht im reiterlichen Alltagschaos ordentlich zu sein! Oder wie geht Dir das?

Wir zeigen Dir, wie Du trotz der vielen Aufgaben rund ums Pferd trotzdem Ordnung halten kannst – mit einem Sattelschrank nämlich.

Hufkratzer und Mähnenkamm, Striegel und Kardätsche, Sattel und Trense, Stiefel und Reitkappe – all das muss ordentlich weggeräumt und sicher aufbewahrt werden. Das geht am Besten in einem gut strukturierten und ideal ausgestatteten Sattelschrank.

Dabei ist Sattelschrank nicht gleich Sattelschrank. Es gibt viele verschiedene Schrank-Modelle vom Bundeswehrspind, der mit Sattelhaltern und Trensenhaken nachgerüstet wird, über den Sattelcontainer aus Kunststoff bis hin zum zweiflügeligen mobilen Sattelschrank aus Metall.

Basismodell und Luxusvariante – diese Sattelschränke gibt es

Das Basismodell ist ein eintüriger Sattelschrank mit einer Höhe von 80 Zentimetern. In diesem Schrank findet ein Sattel samt Zubehör Platz. Solch ein Eintürer kann aber auch bis 200 Zentimeter Höhe aufweisen. Dann passen zwei Sättel problemlos übereinander. Neben schmalen Satelschränken gehen Doppeltür-Schränke klar in die Breite und bieten entsprechend mehr Raum für Dein Equipment. Wie groß Dein Sattelschrank sein muss, hängt vom Umfang und von der Art Deiner Reitsport-Ausrüstung ab. Hast Du einen Sattel oder zwei? Reitest Du mit einem englischen Reitsattel oder mit einem Spezialsattel wie beispielsweise einem Barocksattel oder einem Westernsattel? Gibt es neben der Alltagstrense eine Turniertrense, die Du verstauen möchtest oder sogar eine Kandare?

Merke: Die handelsüblichen Schränke sind für Englisch-Sättel konzipiert und entsprechend schmal. Es gibt aber auch Spezial-Modelle für andere Sattelmodelle. 

Mobile Sattelcontainer für unterwegs

Ob Dein Sattelschrank fest auf vier Füßen steht oder ob Du einen mobilen Sattelschrank mit Reifen wählst, hängt davon ab, ob Du ihn mit auf Reisen nehmen möchtest. Wenn Du häufig mit Deinem Pferd unterwegs bist, beispielsweise auf Turnieren mit Übernachtung, auf Lehrgängen oder auch in Reiterferien, ist solch ein Turnierschrank ein super praktische Anschaffung. Bedenke aber, Du benötigst Platz den mobilen Sattelschrank zu transportieren. Nicht jeder hat das Glück einen Pferde-LKW zu besitzen, in dem es extra ein Abteil für den genau passenden Sattelcontainer gibt. Lädst Du den Sattelschrank neben Dein Pferd in einen Zweier-Pferdeanhänger, dann achte darauf, dass er wirklich gut gesichert ist! Es besteht die Möglichkeit, einen kleinen Sattelschrank mit einer Spezial-Aufhängung vorne außen am Pferdeanhänger zu fixieren. Sprich hier mit dem Hersteller Deines Anhängers, ob das möglich ist und wie groß und gewichtig der Sattelschrank dafür sein darf.

Aus welchem Material bestehen Sattelschränke?

Holz, verzinkter Stahl oder stabiler Kunststoff, das sind die gängigen Materialien, aus denen ein Sattelschrank in der Regel besteht. Kunststoff eignet sich dabei eher für die kleineren Modelle. Größere Sattelschränke sollten aus Stahl und die Maxi-Variante am besten aus Aluminium sein. Holz kommt beim Vor-Ort-Modell zum Einsatz und ist beliebtes Material von Sattelschränken der Marke Eigenbau.

Du siehst: Die Frage, welches Sattelschrank-Modell für Dich das Beste ist, hängt von vielen Faktoren ab. Egal ob Du Dich für einen klassischen Sattelschrank für einen handlichen Sattelcontainer oder einen mobilen Turnierschrank entscheidest, solltest Du beim Kauf auf diese entscheidenden Qualitätsmerkmale achten: 

Gute Qualität – worauf Du beim Kauf eines Sattelschrankes achten solltest

Um die Qualität des Schrankes zu testen, solltest Du ein Auge auf die sauber gearbeiteten Nietstellen werfen und durchaus einmal an den Seitenteilen rütteln. Hier darf nichts wackeln, sondern muss fest an Ort und Stelle sitzen. Teste, ob die Türen leichtgängig sind und sich das Schloss reibungslos betätigen lässt. Ein guter Sattelschrank sollte einen soliden Eindruck machen! Beim Blick auf den Markt kann man allerdings beruhigt sein. Der Standard bei Material und Verarbeitung liegt bei Sattelschränken „Made in Germany“ auf einem gleichmäßig hohen Niveau. Wenn Du den Schrank in einem stationären Fachhandel kaufst, räume ruhig einmal ein bisschen Ausrüstung in dein favorisiertes Modell. Passen die Sättel wirklich gut auf die Sattelhalter – und haben sie genug Platz? Sind die Trensenhalter hoch genug montiert? Sind die Einlegeböden auf einer praktischen Höhe montiert oder aber so flexibel, dass Du sie selber auf die gewünschte Höhe anpassen kannst? Wenn Du jede dieser Fragen rund um Deinen Sattelschrank mit Ja beantworten kannst, hast Du sicherlich einen hochwertigen Schrank für Deine Pferdesachen gefunden.

Fertiger Sattelschrank oder Bausatz

Nicht alle Schränke für Deine Reitsportausrüstung werden schon fertig geliefert. Achte also beim Einkauf darauf, ob Dir der Schrank schon fertig zusammengesetzt geliefert wird oder Du ihn als Bausatz erhältst. Ein Sattelschrank zum Zusammebauen ist tendenziell günstiger als ein fertig zusammengesetztes Modell. Aber: Um einen Sattelschrank selber zusammen zu bauen, solltest Du schon ein gewisses Verständnis für Anleitungen für den Zusammenbau verfügen. Wenn Du selber schon Möbel zusammengesetzt hast, ist das Montieren eines Sattelschranks aber sicherlich kein Problem für Dich!

Platz da – was gehört in einen idealen Sattelschrank?

Damit Du all Deine sieben Sachen im Sattelschrank unterkriegst, sollte Dein Sattelschrank ein gut strukturiertes Raumwunder sein, Erweiterung nicht ausgeschlossen. Und tatsächlich, die modernen Aufbewahrungssysteme überzeugen in der Regel mit einem flexiblen Innenleben und erweiterbaren Systemen. Neben den obligatorischen Sattel- und Trensenhaltern, die weit genug auseinander montiert seien sollten, sorgen Haken und Stangen für Ordnung. Die Regalböden lassen sich zumeist verstellen oder auch herausnehmen. So kannst Du selber entscheiden, wie viele Einlegeböden Du gerade benötigst. Darüber hinaus sind viele Sattelschrank-Modelle bereits mit so nützliche Features wie Gertenhalter oder Bandagenboxen ausgestattet oder lassen sich damit nachrüsten. Absolutes Must have: Ein abschließbares Ablagefach. Wenn dann auch noch ein Spiegel auf Sichthöhe angebracht ist, ist der Sattelschrank ein perfekt organisiertes Aufbewahrungssystem.

Stationären Sattelschränke lassen sich vom Basismodell ausgehend mittels Aufsatz- oder Unterschrank jederzeit beliebig vergrößern.

Klima-Problem lösen – so bleibt Dein Sattelschrank innen trocken und luftig

Moderne Sattelschränke sind in der Regel von hoher Qualität. Sie sind stabil und halten lange. Es gibt allerdings ein Problem, das nicht alle Modelle gleich gut lösen.

Willst Du wissen, welche Schwierigkeit in vielen Sattelschränken auftritt?

In vielen Sattelschränken herrscht ein schlechtes Raumklima.

Das liegt zum einen am Material und der Konstruktion des Schrankes, der ja von Außen gegen Nässe gewappnet seien muss! Zum anderen liegt es aber auch daran, was Du alles in Deinem Sattelschrank lagerst: Verstaust Du verschwitzte Schabracken oder Abschwitzdecken in diesem begrenzten und geschlossenen Raum, so kann die Feuchtigkeit nicht entweichen. Schnell entsteht ein feuchtes Schrank-Klima. Die Luft im Sattelschrank ist muffig und klamm. Das riecht nicht nur schlecht. Diese Feuchtigkeit greift auch Dein Lederzeug an. Es schimmelt und bekommt einen weißlichen oder grünlichen Belag.

Wenn Du erfahren willst, wie Du Leder am besten lagerst, kannst Du das gerne noch einmal in unserem Beitrag Lederpflege – heiße Tipps für kalte Tage nachlesen. Hier erfährst Du nämlich nicht nur alles rund um die Lederpflege in der nassen Jahreszeit, sondern auch, bei welchem Raumklima sich Leder so richtig wohl fühlt.

 

Zwei Facts verraten wir Dir hier aber schon vorab!

Auf einen Blick – Wohlfühklima für Dein Sattelzeug

  • Ideale Raumtemperatur: Zehn bis fünfzehn Grad Celsius
  • Optimale Luftfeuchtigkeit: 40 bis 60 Prozent

Doch zurück zu Deinem Sattelschrank…

Damit Deine Reitsportausrüstung im Sattelschrank gut aufgehoben ist, solltest Du nur wirklich trockene Ausrüstung verstauen. Denn, auch wenn der Schrank Lüftungsschlitze aufweist, so lassen diese selten eine ausreichende Luftzirkulation zu. Warum man nicht einfach breite Luftschlitze einfügt? Weil dann schnell allerhand Krabbeltiere in den Schrank schlüpfen und es sich dort gemütlich machen. Sicherlich willst Du nicht, dass Dir als erstes eine Maus entgegen hüpft, wenn Du die Schranktür öffnest…

Elektrische Lüftung – wie Sattelschränke trocken bleiben

Sattelschränke mit elektrisch betriebenen Lüftungen sind eine gute Lösung, um das Raumklima im Schrankinneren optimal zu gestalten. Auch spezielle Heizung für den Sattelschrank gibt es auf dem Mark. Sicherlich kann auch ein Raumentfeuchter im Schrank Feuchtigkeit vom Equipment fernhalten. Solch einen Feuchtigkeitsmagneten kannst Du ganz leicht selber herstellen.

Achtung: Diebstahl

Ein gut gefüllter Sattelschrank ist für Satteldiebe ein gefundenes Fressen. Um Langfingern dennoch das Handwerk zu legen, empfiehlt sich eine stabile Dreifachverriegelung und eine nachrüstbare Wandhalterung, damit der Schrank zumindest im heimischen Stall von Unbefugten nicht einfach aus dem Raum gefahren werden kann. Auf dem Turnier kannst Du den Schrank mit einer Kette samt Schloss oder einem Fahrradschloss im Stallzelt fixieren.

Tipp: Erkundige Dich am besten bei Deiner Versicherung, wie genau Dein Sattelschrank und insbesondere das Schloss beschaffen sein muss, damit Dich die Versicherung im Fall eines Diebstahls entsprechend entschädigt!

Extras zur Aufbewahrung im Sattelschrank

Ein Sattelschoner schützt Deinen Sattel vor Staub, Licht und Kratzern – auch innerhalb Deines Sattelschranks. Er sollte aber nicht komplett luftundurchlässig sein. Sonst ruft das Mikroklima darunter Schimmelbildung hervor. Benutze also einen Sattelschoner aus atmungsaktivem Material oder mit einen Sattelüberzug mit atmungsaktiver Fütterung. Für Trensen oder andere Riemen aus Leder empfehle ich Dir einen spezielle Zaumtasche. In solch einem Trensensack mit ist Dein Zaumzeug optimal geschützt und lässt sich ordentlich und platzsparend aufhängen.

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