Fly away – wie Du Dein Pferd und Dich gegen lästige Insekten schützt

Von „Fliegenschutz“ bis „Bremsentod“ – um unsere Pferde jetzt vor fiesen Insekten zu schützen, greifen wir nach zahlreichen Mitteln und versuchen allerhand Tricks.

Das Fly Away Spray von Kieffer mit Extrakten aus Eukalyptus und Minze bietet Schutz vor Fliegen und anderen lästigen Insekten
Das Fly Away Spray von Kieffer mit Extrakten aus Eukalyptus und Minze bietet Schutz vor Fliegen und anderen lästigen Insekten

Über den Geruch wirken die zahlreichen Anti-Insektenmitteln zum äußeren Auftragen auf den Pferdekörper. Ob Spray, Gel oder „Deo-Roller“ – sie alle haben das Ziel, die anschwirrenden Insekten so zu täuschen, dass sie das Pferd als Blutquelle nicht mehr „erschnuppern“, sprich wahrnehmen können. Diese sogenannten Repellents (das Wort stammt aus dem Latein und bedeutet soviel wie zurückstoßen) sind schadlose Schreckstoffe, die entweder synthetisch hergestellt oder aus natürlichen Wirkstoffen zusammengesetzt werden. Sie sind frei im Handel erhältlich.

Übrigens: Inzwischen gibt es nicht nur Universal-Mittel gegen alle Insekten. Die Hersteller gehen zunehmend dazu über, spezielle Sprays gezielt gegen die eine oder andere Insektenart zu entwickeln.

Willst Du mehr über das interessante Thema „Einzelne Insektenarten gezielt bekämpfen“ wissen? Dann schreibe uns gerne einen Kommentar!

Anders als die Repellents, die nur abschrecken, wirken Insektizide. Sie sind ausschließlich über den Veterinär zu beziehen und funktionieren mit einem speziellen Pflanzengift, dem Permethrin. Es wird aus Chrysanthemen gewonnen und ist für Wirbeltiere weitestgehend unschädlich. Für Insekten hingegen ist es Permethrin meist tödlich. Zur Anwendung kommen Präparate als Shampoo, Lotion oder Puder sowie anheftend an Halsbändern oder Ohrclips.

Neben – oder am besten ZUSÄTZLICH – zu der Geruchs-Abwehr kannst Du Deine Vierbeiner natürlich auch mit Decken und Masken effektiv gegen Fliegen und Bremsen schützen. Das ist nicht nur besonders wirkungsvoll, sondern auch nachhaltig und damit total im Trend!

Fliegendecke – so gut hilft der textile Insektenschutz

Auf der Weide, beim Transport oder beim Ausreiten – Fliegendecken sind eine tolle Alternative zu all den synthetischen Inhaltsstoffen. 

Mit einer Fliegendecke aus feinmaschigem, leichten Gewebe schützt Du Dein Pferd gegen Insekten, die es aus der Luft attackieren, es beißen und dabei Allergien auslösen und im schlimmsten Fall Krankheiten übertragen.

Für den Transport oder mal eben zum Überwerfen reichen ganz normal geschnittene Fliegendecken ohne extra Halsteil oder Schweiflatz. Möchtest Du Dein Pferde für den Weidegang gegen Insekten schützen, wähle eine Ganzkörperdecke. Diese hat einen Halsteil und einen Schweiflatz. Darüber hinaus haben viele der Fliegendecken einen Bauchlatz. Manche haben am Halsteil sogar direkt ein Kopfschutz gegen Fliegen integriert.

Bei der Auswahl solltest Du drauf achten, dass der Bauchlatz schön breit gearbeitet ist. Der Halsteil muss lang genug sein, so dass Dein Pferd grasen kann und vorm Genick dann keine Lücke entsteht. Wenn Du täglich mehr als ein oder zwei Pferde eindecken musst, ist es absolut hilfreich, wenn Du Decken wählst, die zwar genügend, aber nicht übermäßig viele Schnallen besitzen. Es gibt Decken, da haben allein die Halsteile sechs oder mehr Schnallen. Das ist tatsächlich super zeitaufwändig beim Eindecken und in der Regel gar nicht erforderlich. Hier sind beispielsweise drei Schnallen absolut ausreichend. Eine moderne Fliegendecke aus feinstem Meshgewebe kann übrigens viel mehr als nur gegen Fliegen, Bremsen und Co. schützen: Sie bietet UV-Schutz und hat kühlende Wirkung für wirklich heiße Tage.

Es gibt Fliegendecken für die Weide, die auf dem Rücken einen Regenschutz eingearbeitet haben. Das ist ein sehr guter Fliegenschutz an kühlen und regnerischen Tagen während der Fliegensaison. An warmen oder gar heißen Tagen wird es Deinem Pferd unter einer solchen Kombination aus Fliegen- und Regendecke aber schnell zu heiß.

Wenn DU in der Bremsensaison ausreiten möchtest, schütze Dein Pferd doch einfach mir einer Ausreitdecke mit Sattelausschnitt vor den fliegenden Insekten. Im Sattelausschnitt finden sowohl Dressursättel als auch Vielseitigkeits- und Springsättel Platz. Du kannst als ganz frei im Sattel sitzen ohne auf der Decke hin und herzurutschen. Der Sattel wird ja durch den Ausschnitt genügend frei gelassen. Auch die Sattelblätter kannst Du bei einer Fliegendecke mit ausreichend großem Sattelausschnitt über die Decke satteln. Solch eine Ausreit-Fliegendecke ist deshalb ebenso sicher und wirksam wie bequem.

Sicher maskiert gegen Fliegen

Die empfindlichen Pferdeaugen können durch ein fransiges Stirnband gegen Fliegenangriffe geschützt werden. Dieses praktische Equipment ist besonders bei Weidepferden im Einsatz und wird einfach ans Halfter geknotet. 

Noch viel wirkungsvoller sind komplette Fliegenmasken: Achte darauf, dass die Maske das empfindliche Auge nicht durch aufliegenden Stoff unter Druck setzt: Masken aus stabilem Stoff sind vor diesem Hintergrund deutlich besser als Modelle aus weichem Textil. Denn durch die vermehrte Stabilität des Gittergewebes bleibt die sensible Augenpartie frei von aufliegendem Stoff.

Ob und in wie weit die Farbe der Maske Einfluss auf die Sicht des Pferdes hat, darüber scheiden sich – selbst unter Experten – die Geister. Fest steht, schwarze Masken heizen leichter auf, weiße Masken blenden bei gleißender Sonne unter Umständen die anderen Pferde und bunte Masken, die innen und außen das Muster durchgängig eingewebt haben, führen zu unterschiedlichen Sichtbedingungen, je nach Farb- und Mustergebung vor den Augen. Ein helle Farbe, aber kein gleißendes Weiß, sollte daher am besten gewählt werden. Damit Dein Pferd seine Maske nicht abstreift oder beim Spielen mit seinen Weidekumpeln verliert, schnalle sie unter das Halfter. Achtung: Dafür muss das Halfter groß genug sein, dass die Maske darunter keine Falten wirft oder durch das Halfter stramm auf den Augen sitzt. Hier musst Du beim Aufhalftern sehr sorgfältig sein!

Diese Fligenmasken kannst Du übrigens auch beim Ausreiten nutzen. Zieh sie einfach über die Trense. Das hat zwei Vorteile: Zum einen schützt eine textile Barriere – wie eben diese Fliegenmaske – um ein Vielfaches besser als ein Repellent. Zum anderen kommt das Leder Deiner Trense dann nicht mit den Fliegenmitteln in Berührung. Viele von ihnen greifen das Leder der Zäumung nämlich an. Das ist besonders bei hochwertigen Trensenzäumen wirklich ärgerlich.

Fliegenmasken – welche Modelle besonders bequem sind

Ganz wichtig ist, dass die kompletten Masken den geschützten Gesichts- und Ohrenbereich auch tatsächlich lückenlos abschließen, denn wenn sich ein Insekt in die Maske verirrt und drinnen herumschwirrt, dann dreht Dein Pferd mit Sicherheit (und Recht) ziemlich durch. Damit das feste Anliegen der Ränder nicht zu Druck- oder Scheuerstellen führt, sollten die entsprechenden Nahtstellen weich abgepolstert sein, zum Beispiel mit Neopren oder Fellapplikationen. Um die Masken, die es zumeist in verschiedenen Standard-Größen gibt, individuell anpassen zu können, bieten sich Verschlüsse mit leicht verstellbarem Klett an.

Auch Masken, die am Kopfrand durchgängig aus elastischem Material gearbeitet und nur im vorderen Gesichtsfeld vernetzt sind, passen sich recht gut an. Häufig lassen sich diese Modelle aber nicht öffnen, sondern müssen als Ganzes über den Pferdekopf gestülpt werden. Hier ist Geduld gefragt, bis auch die kopfscheuen Kameraden das „Mützen-Anziehen“ protestlos akzeptieren. Außerdem wird unter diesem „massiv“ gearbeiteten Teil bei großer Hitze schneller geschwitzt als bei Leicht-Modellen.

Für das Training oder das Turnier kannst Du sogenannte Fliegenohren zum Schutz gegen Fliegen-Attacken nutzen. Sie werden unter die Trense gezogen. Achte darauf, dass Du die Trense ein bisschen weiter schnallst oder sogar eine etwas größere Trense mit breiterem Genick und längerem Stirnband wählst. Oft wird die Trense ein bisschen eng, wenn die Fliegenohren darunter gezogen werden.

Jetzt weißt Du, wie Du Dein Pferd effektiv gegen Fliegen, Bremsen, kleine Kriebelmücken, Gnitzen und andere Insekten schützt. Vergiss dabei nicht, Deinen eigenen Schutz! Bestimmt hast Du schon festgestellt, wie schmerzhaft ein Biss durch eine Pferdebremse ist! Deshalb ist es gerade beim Ausreiten durchaus sinnvoll, ein langarmiges Shirt zu tragen. Zusätzlich gibt es auch von vielen Herstellern von Fliegenabwehr-Produkten für Pferde auch Sprays und Deos für Menschen. Wähle am besten auch für Dich eine Kombination aus „Geruchsbarriere“ und textilem Schutz gegen Insekten. 

Sauber bleiben

Eine sorgsame Stall- und Weidehygiene ist im Kampf gegen fliegende Insekten unverzichtbar, denn damit werden ihre Brutstätten reduziert. Tägliches Misten und Abäppeln ist also ein Muss. Auch solltest Du alte Futterreste entsorgen. Du kannst Krippen und Trinktröge mit einem sauren Nass aus Zitronen- oder Essigsaft auswschen und auch dadurch den Insektenbefall im Stall senken. Das wöchentliche, desinfizierende Ausspritzen von Stallboden und Boxenwänden ist eine weitere wirkungsvolle Hygienemaßnahme – allerdings eine ziemlich aufwändige. Insekten mögen übrigens keine blendend weißen Wände. Deshalb hilft es, wenn Du die Boxenwände regelmäßig kalkst. Wenn Du dann noch in Fliegenfenster und Schnurvorhänge investierst, hast Du schon eine ganze Menge im Kampf gegen Insekten getan!

Ohren ausrasieren ist tabu!

Die Ohren der Pferde gehören nicht ausrasiert. Das ist ein absolutes No-Go. Dieses Rasier-Tabu gilt auch für Turnierpferde! Warum Du die Ohren Deines Pferdes auf keinen Fall ausrasieren darfst? Die dichten und feinen Härchen stellen nicht nur eine natürliche Blockade gegen Witterungseinflüsse dar, sie bieten zudem einen wichtigen Schutz gegen alle Arten von Insekten. Auch wenn die Pferde mit Fliegenmaske zusätzlich geschützt werden, Finger weg von der Schere! – das gilt auch für die Schweifrübe!!!

Dichtes Dickicht

Um Weidepferden eine Rückzugsmöglichkeit bei Insektenbefall zu geben, sollten entweder dichte Baumgruppen, Offenställe oder mobile Weidehütten als Schutz vorhanden sein. Der schnell wachsende Holunder hält Fliegen, Bremsen und andere Fluginsekten durch seinen intensiven Duft fern. Ratsam ist, am Waldrand oder in der Nähe von Feuchtgebieten gelegene Weiden nur im Frühjahr oder im späteren Herbst beweiden zu lassen, denn im Hochsommer ist der Insektenbefall hier extrem hoch.

Süßes Blut?

Nicht alle Pferde werden gleichermaßen Opfer der fliegenden Quälgeister: Manche riechen und schmecken für die üblen Fluginsekten offenbar besser als andere…

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