Grasen mit Maulkorb – Warum der EasyGrazer® die pferdefreundliche Fressbremse für Dein Pferd ist

Die persönliche Story von Sabine Georgi zur Entstehung des EasyGrazer®

Mein leichtfuttriger Araber – ein Wüstenpferd also – stand wie alle unsere Pferde auf Weiden aus der Milchwirtschaft mit viel üppigem Weidelgras. Zunächst entwickelte er mit zirka sechs Jahren täglich Blähungskoliken, die das Reiten unmöglich machten.

Ich probierte eine Nylonfressbremse mit Gummiboden, der nach Autoreifen roch. Zunächst musste ich das frustrierend kleine Fressloch vergrößern. Mein Pferd stieg und floh, wenn ich ihm das Teil anziehen wollte, nach 3 Tagen blutete sein Kinn. Beim dritten Anlauf, stand er depressiv alleine in einer Ecke der 3ha großen Weide, während der Rest der Herde in der anderen Ecke versammelt graste. Das ging so nicht.

Die beiden anderen Modelle, eines sah aus wie ein Wäschekorb aus Hartplastik, das andere wie ein Ledersattel für den Kopf kamen für uns überhaupt nicht in Frage. Die so wichtige Pferdegestik wurde komplett hinter diesen brachialen Teilen versteckt.

Die Pferdemimik ist ein wichtiges Ausdrucksmittel um den täglichen Rang in der Herde zu festigen. Deckt man Nüstern und Lippen ab, fehlt ihnen die Sprache. Das ist in meinen Augen schon Tierquälerei. Hartplastik greift die Zähne an und diese verschleißen mit jedem Biss ins Gras. Chromgegerbtes Leder gehört nicht ans Pferdemaul. Leder wird sehr schwer, wenn es nass wird und sehr hart mit der Zeit. Es entsteht in Mikroklima im Innenraum des Korbes, die Pferde schwitzen und können allergisch reagieren. Man stelle sich vor, selbst so etwas beim Essen zu tragen…

Zudem machte eine Dame aus der Pferdebranche mich darauf aufmerksam, dass die Pferde bei Fressbremsen mit Fressschlitzen ‚Picken wie Hühner‘, weil sie die Grashalme durch die Schlitze senkrecht einfädeln müssen. Das ist extrem unphysiologisch und verursacht Genickschmerzen und Verspannungen, die sich natürlich auf die Rittigkeit auswirken.

Ich fing an mit Neopren und CDs als Bodenring etwas zu basteln. Es sollte das Gesicht nicht verdecken und so minimalistisch wie möglich sein, mit perfekter Passform, damit mein Pferd nicht unglücklich würde und dabei gesund bleibt und nicht zunimmt.

Gleichzeitig sollten alle Werkstoffe umwelt- und tierfreundlich sein und die Zähne schonen und auch bei regelmäßigem Einsatz nicht scheuern. Zu guter Letzt, sollte meine Fressbremse die Nahrungsaufnahme nicht zu viel und nicht zu wenig einschränken…Keine leichte Aufgabe.

Wusstest Du: Meine Pferde werden nach Parelli Natural Horsemanship ausgebildet und von daher weiß ich, wie gutes, minimalistisches Equipment auf die Pferde wirkt ohne die Partnerschaft zu beeinträchtigen. Ein Pferd muss sich in der Herde wohl fühlen und eigentlich gehört beim Weidegang kein Equipment ans Pferd. Aber: Besser mit Fressbremse raus auf die Weide und in der Herde sein als alleine auf dem Paddock stehen…

Es begann mit einem Traum …

… ein Traum, der mich tagelang glücklich machte und mir eine tiefe innere Zufriedenheit schenkte. Ich galoppierte auf einem braunen Pferd mit schwarzer Mähne und schwarzem Schweif einen Feldweg zwischen hohem, duftenden Gras entlang. Ich griff in die Mähne und schwebte ohne Sattel und Zaumzeug durch den Wind. Im Traum konnte ich den Geruch des Pferdes wahrnehmen. Ich war eins mit ihm.

Mittlerweile habe ich seit 20 Jahren Pferde. Beruflich habe ich aber erst seit dem EasyGrazer, also seit gut 6 Jahren mit Pferden zu tun. Ich habe einen BA in europäischer Betriebswirtschaft und einen Master in General Management und lange in der Industrie gearbeitet, viele Jahre bei Philips im Forschungslabor in Aachen und Philips Patente in Asien und Europa lizensiert. In so einem Umfeld wird man zwangsläufig erfinderisch und fängt da an, wo andere längst aufgehört haben.

Der Traum vom Reiten war aber für mich völlig unrealistisch, da ich durch eine Impfung im Kindesalter an schwerster Pferdeallergie litt. Erst als Erwachsene brachte mich meine leider viel zu früh verstorbene damalige Schwägerin aufs Pferd. Ihre Cousine hatte ein Pferdeparadies in Belgien mit vielen eigentlich unreitbaren Gnadenbrotpferden. Meine Schwägerin adoptierte einen ebenso unreitbaren Fliegenschimmelaraber, den man nicht satteln konnte, dann warf er seine Reiterin nämlich ab. Er hatte schlechte Hufe, also beschloss sie Huforthopädin zu werden und leitete nach ihrer eigenen Ausbildung recht schnell die Ausbildungsstätte. ‚Kauf dir auch ein Pferd‘ meinte sie, aber das war für mich so realistisch wie einen Airbus zu fliegen. Ich ging nun häufiger mit zum Pferdeparadies nach Belgien und hatte recht bald ein Pflegepferd mit schwerer Arthrose. Wanda, eine Warmblutstute, ein kaputt gerittenes Schulpferd, was hier seinen Lebensabend verbringen durfte. Ich fing das Reiten mit Mitte 30 wie die Kids auf blanken Pferderücken mit Halfter an…dieser Minimalismus was die Fütterung und Haltung von Pferden angeht, hat mich enorm geprägt. Ich lasse alles weg, was nicht notwendig ist. Weniger ist mehr.

 Meine Allergien hatte eine Ärztin aus Aachen mittlerweile durch Biorhesonanztherapie erfolgreich behandelt. Ich nahm ein paar Reitstunden auf der gutmütigen Wanda, der es an manchen Tagen richtig gut ging. „So, jetzt bringe ich dir Leichttraben bei“, meinte die Cousine und bescheinigte mir ein Naturtalent zu sein… ich war 35. „Jetzt galoppieren wir, leg das linke Bein zurück“. Wie eine Maschine galoppierte Wanda an. „Das ist ja einfach. Ich kann reiten“, dachte ich.

Die Tage, an denen Wanda reitbar war, wurden weniger und weniger. Also pflegte ich sie nur noch. Längst hatte mich das Pferdevirus gepackt. Meine Schwägerin schmunzelte jedes Mal und lachte bald herzhaft, als ich ihr sagte, ich wolle mir ein Pferd anschauen. Sie wollte mir einen Tinker vermitteln, aber mein Nachbar, ein etwa 85 jähriger Pferdemensch aus tiefstem Herzen, meinte: „Nein Frau Georgi, Sie gehören auf ein elegantes, großes Pferd“. Mit meiner Schwägerin schaute ich mir sehr bald einen knapp 6jährigen Rheinländer am Niederrhein an. Stockmaß 173cm, der bis dahin nur Jagden gegangen war, aber sehr elegant…Mit meiner Wanda-Reiterfahrung kaufte ich ein quasi nicht eingerittenes Wildpferd im Großformat. Er zog in das Pferdeparadies nach Belgien. Fortan war ich etwa 2 Jahre im Renngalopp unterwegs, auf einem Riesen, der keine Bremse und keine Lenkung hatte. Manchmal zusammen mit meiner Schwägerin und ihrem Fliegenschimmel. Otis, war einfach nur megaschnell durch seine langen Beine und den hohen Vollblutanteil ritt ich ihn nur im Jokeysitz. Eine Granate, die kaum zu beherrschen war. Es wurde immer gefährlicher mit uns.

Ich verliebte mich in einen American Saddlebred Wallach, den ich bald in Frankreich besuchte. Aber dann stand Bonaparte vor mir. Ein wunderschöner chestnut-gescheckter Saddlebred Zuchthengst. Das wildeste Pferd, das ich bis dato gesehen hatte. Den wollte ich. Neben dem schwierigen Otis war das eine echt blöde Idee, obwohl er gelegt werden sollte. Ich brachte Otis dorthin in eine Parelli-Ausbildung. Das war der einzige Ausweg für uns so schnell wie möglich, so viel wie möglich zu lernen. Meine eigene Parelli-Ausbildung hat mein und Otis‘ Leben gerettet. ‚Reite ihn nicht, er ist viel zu gefährlich“, meinte der Ausbilder allerdings als ich Otis abholte…Wir blieben dem Parelli Programm treu aber erst die Kenntnis der Horsenalities nach Parelli verhalfen mir dazu, Otis zu verstehen. Die Wende kam durch Honza Blaha, ein Kurs bei ihm, hatte Otis für immer verändert. Mich auch.

Der Kauf per Handschlag galt anscheinend nicht und ich verlor Bonaparte an ein junges Mädchen, gelegt zum Wallach. Das hat mich umgehauen. So ein filigran edler Schecke gefiel mir sehr. Ich entdeckte kurz darauf einen 11 Monate alten 5 farbigen coloured Arabian-Hengst namens Painted Champ of Diamond. Er zog sehr bald in das Pferdparadies nach Belgien ein, wo er ein weiteres Jahr reifen durfte. Ich nannte ihn Chinook. Otis war mittlerweile zu mir in die Nähe gezogen. Irgendwann fiel mir auf, als ich Otis freihändig nur mit Knotenhalfter und Barebackpad durch den Wald galoppierte, das er das Pferd aus meinem Traum ist. Er ist kastanienbraun, mit schwarzem Schweif und schwarzer Mähne…Otis ist mittlerweile 26 und mein Herz. Schwägerin da oben, ich verdanke dir so viel!

Chinook ist ein echtes Parelli Pferd geworden. Ich verdanke auch Pat und Linda enorm viel. Ebenso den wunderbaren Parelli Instruktoren Mikey, Silke und Elena, um nur einige zu nennen, sowie Honza Blaha. Im September 2020 ist noch Tap Dance, ein windfarbener Rocky Mountain Horse Wallach Familienmitglied geworden, schon jetzt ein echtes Parelli-Pferd.

Otis und Chinook lebten immer auf gigantisch großen Weiden in einer großen, stabilen Herde. Aber Chinook vertrug das Weidelgras der Milchwirtschaft nicht und hatte eines Tages täglich  Blähungskoliken. Ich konnte ihn nicht reiten, sondern nur führen, bis es ihm besser ging. So vergingen Wochen… Ich begann die Suche nach einer Fressbremse und stellte mir vor ein Riesenangebot im Internet zu finden. Dem war nicht so. Es gab genau 3 Varianten, die mir alle so gar nicht zusagten. Ich kaufte eine davon und bereute es nach etwa 3-maligem Gebrauch. 

Heute trägt Chinook seinen EasyGrazer®  gelassen und hat jetzt noch einmal 42 kg abgenommen. Nun hat er endlich seine Traumfigur und keine gesundheitlichen Probleme mehr. Lasse ich den EasyGrazer®  ein paar Tage aus, merke ich sofort, dass seine Motivation sich zu bewegen nachlässt und er träger ist. Er trägt ihn auch manchmal im Winter an der Heuraufe.

Meine drei Pferde leben mit zwei weiteren Pferden in einem wunderbaren Offenstall auf großen Weiden in meiner Nähe.

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