Perfekt ausgerüstet aufs Turnier – dieses Equipment ist LPO-zulässig

Hübsch gestylt und sicher ausgerüstet, so gehst Du mit Deinem Pferd auf offiziellen Wettkämpfen an den Start. Doch was genau darfst Du anziehen? Welches Equipment ist für Dein Pferd auf dem Turnier zulässig? Der LPO-Ausrüstungskatalog schreibt vor, welche Ausrüstungs-Gegenstände auf dem Turnier erlaubt sind. An diese Vorschriften, die von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) herausgegeben werden, musst Du Dich unbedingt halten.

Das Outfit spielt für Reiter und Pferd auf dem Turnier eine wichtige Rolle. Schließlich will man sich von seiner besten Seite präsentieren. Doch neben modischen Aspekten gibt es hier einiges zu bedenken, bevor Du Dich in Schale wirfst und Dein Pferd mit allem, was erlaubt ist, ausrüstest. Denn die erlaubte Ausrüstung auf offiziellen Turnieren ist klar geregelt. Das betrifft sowohl die Art der Ausrüstungsgegenstände als auch ihr Gebrauch und ihre Verschnallung.

Es gibt viele Vorschriften, die Du bedenken musst, wenn Du Dich und Dein Pferd fürs Turnier ausrüstest. Damit Du hier nichts übersiehst und unwissentlich Fehler machst, solltest Du immer wieder einen Blick auf den LPO-Ausrüstungskatalog werfen. Du kannst ihn Dir online downloaden – so hast Du ihn via Smartphone immer griffbereit.

Warum es so wichtig, ist, dass Du Dein Pferd ganz exakt nach den offiziellen Vorgaben ausstattest und nicht wartest, bis Dich möglicherweise ein Offizieller darauf anspricht?

Du bist verantwortlich. Wörtlich heißt es in der Ergänzung zur LPO: Der Teilnehmer ist für die Einhaltung dieser Grundsätze und Regeln, als auch für die Überprüfung der korrekten Maße der verwendeten Ausrüstungsgegenstände verantwortlich. Wenn Du also von einem Steward oder einem Richter mit nicht zulässiger Ausrüstung „erwischt“ wirst, kann es sein, dass Du disqualifiziert wirst.

Leichter Download – hier findest Du den LPO-Ausrüstungskatalog

Der LPO-Ausrüstungskatalog ist eine Ergänzung zur aktuellen Leistungsprüfungsordnung, die auf jedem offiziellen Turnier, das von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung genehmigt wird, gilt. Dieser Katalog stellt anhand von etlichen Abbildungsbeispielen die zugelassene Ausrüstungsgegenstände der Disziplinen Dressur, Springen und Vielseitigkeit dar.

Unter diesem Link https://www.pferd-aktuell.de/turniersport/regelwerke-und-merkblaetter/leistungs-pruefungs-ordnung/zugelassene-ausruestung findest Du den jeweils aktuell geltenden LPO-Ausrüstungskatalog.

Viele Vorschriften – was genau steht im Ausrüstungskatalog der LPO

Folgende Ausrüstungsgegenstände sind entsprechend ihrer Zulassung aufgeführt. Darüber hinaus kannst Du nachlesen, welchen dieser Ausrüstungsgegenstände Du in welcher Disziplin, Prüfungsart und Klasse nutzen darfst.

  • Gebisse
  • Reithalfter
  • Sattel
  • Beinschutz
  • Hilfszügel
  • Stiefel
  • Hilfsmittel (Sporen, Gerte)
  • Schutzwesten
  • Sonstiges (Nasennetz, Ohrenschutz)

Bist Du Dir unsicher welches Reithalfter Du benutzen darfst? Willst Du wissen, ob Dein Pferd hinten Gamaschen oder nur Streichkappen tragen darf? Möchtest Du Dich vergewissern, ob Du mit einer Gerte ins Viereck reiten darfst und wie lang Dein Springstock samt Schlag seien darf? Alle Antworten auf Deine Fragen rund um die erlaubte Ausrüstung auf dem Turnier findest Du im LPO-Ausrüstungskatalog sinnvoll gruppiert und exakt bebildert aufgelistet.

Wusstest Du, dass man bei der zulässigen Turnierausrüstung unterscheidet, ob Du die Ausrüstung nur zum Abreiten oder in der Prüfung nutzt? Auch diesbezüglich musst Du Dich gut informieren. Bandagen und Springglocken beispielsweise sind in der Dressur nur auf dem Vorbereitungsviereck gestattet.

Die Ausrüstung der Pferde und der Teilnehmer und der Umgang mit dem Pferd müssen den Regeln der jeweiligen Reit-, Fahr- und Voltigierlehre sowie den Grundsätzen der Unfallverhütung und des Tierschutzes entsprechen. Für die Einhaltung dieser Grundsätze und Regeln sowie die Beachtung der korrekten Teilnahmevoraussetzungen ist der Teilnehmer verantwortlich!

Pferde sind Gewohnheitstiere – warum Du das bei der Turnierausrüstung bedenken musst

Viele Reiter haben Ausrüstungsgegenstände, die sie nur auf dem Turnier nutzen. Diese Dinge werden ansonsten geschont wie der berühmte „Sonntagsanzug“. Das ist durchaus sinnvoll. Die weißen Sattelunterlagen, das gute Jacket, der glamouröse Reithelm – all das kommt im Alltag nicht zum Einsatz und bleibt so lange topp in Schuss.

Schwierig wird es womöglich, wenn Du auch die Ausrüstung Deines Pferdes nur auf dem Turnier aus dem Sattelschrank nimmst: Einen Trensen- oder Kandarenzaum extra fürs Turnier, das „gute“ Vorderzeug, die besonderen Gamaschen

Pferde sind Gewohnheitstiere und fühlen sich mit dem bekannten, bequemen Outfit am wohlsten. Eine „neue“ Trense oder Kandare kann sich ungewohnt anfühlen und Dein Pferd tatsächlich so verunsichern, dass es sich verspannt. Möglicherweise kennst Du das von Deinen Laufschuhen. Du würdest ja auch nicht im Wettkampf mit neuen oder nur ganz selten genutzten Schuhen an den Start gehen. Lege die Turnierausrüstung deshalb auch zuhause bereits vor dem Turnier zwischenzeitlich an. Schaue, dass sich das Leder einträgt und sich das Pferd mit genau dem Equipment auch wohlfühlt. Das gilt auch, wenn die Gamaschen oder das Vorderzeug eine andere Form haben, als die „Alltags-Gamaschen“.

Modisch aufs Turnier – so schön können Prüfungen sein

Die strikte Vorgabe, schlichte Schwarz-Weiß-Mode auf dem Turnier tragen zu müssen, gehört schon längst der Vergangenheit an. Und so spricht man in puncto Turnierbekleidung in den Richtlinien der FN auch nicht von „weißer“ sondern von „heller“ Reithose . Die Anforderungen ans Jacket sind nicht schwarz oder dunkelblau, sie sind lediglich „gedeckt“.

Farbe erlaubt

Insofern kann Du Dich auch auf dem Turnier modisch in weitem Rahmen ausleben. Du kannst nicht nur durch gutes Reiten und pferdefreundliches Verhalten auffallen sondern durch: knallige Farben, Prints, Strass und Glitzer. Gleichzeitig steht das Thema funktionaler Komfort hoch im Kurs, und zwar von Kopf bis Fuß, von Huf bis Sattel.

Frische Colorationen

Hell ist sie nach wie vor, die echte Turnierreithose. Doch schlichte Einfarbigkeit ist ihr heutzutage fremd. Ob das eine auffällig gefärbte Beinnaht ist oder ein kontrastreicher Besatz – es gilt, modisch aufzufallen. Auch feine Details – von der Gürtelschlaufe, über die aufgesetzten Taschen bis hin zum Labeling bringen sich coloriert ins Spiel.

Farblich austoben kannst Du Dich bei Shirts und Blusen. Hier wirds richtig bunt!

Blau kommt und erstreckt seine Tonpalette von zartem Bleu bis hin zu einem kräftigen French Navy; Helles Grün leuchtet frisch auf; Pink in allen Variationen darf natürlich auch nicht fehlen. Wer es dezenter mag, kann sein Shirt in beige oder silbern wählen. Die Auswahl an modischen Turnieroberteilen ist so vielfältig, dass sicherlich jeder das Richtige findet und sich ganz einfach entscheiden kann, ob er lieber nur mit gezielten Farbakzenten punktet oder ob er mit komplett colorierten Teilen für Furore im Sattel sorgt. Wie gemacht um farbliche Highlights zu platzieren und auffällige Blickfänge zu setzen, sind unter anderem ein farblich abgesetzte Kragen, die Ärmel oder auch nur die Bündchen oder auch die immer stärker in den Fokus rückende Logoverzierung.

Muster und Dekor

Neben der zumeist kräftigen Farbgebung geht der Trend auch hin zur gemusterten Textilie. Diese ist zwar dezent – wie beispielsweise ein feiner Nadelstreifen oder zartes Karo – doch gerade die Jackets profitieren von dieser modischen Abwechslung.

Angefangen von auffälligen Schmuckknöpfen über exklusiv gestaltete Samt- oder Satin-Kragen bis hin zu kontrastreichen Biesen – die Liebe zum Detail steckt in der Turnierkleidung von heute. Das schmucke Finish aus fein glitzernden Strasssteinen darf dabei natürlich nicht fehlen.

Der brillante Look beschränkt sich inzwischen nicht mehr nur aufs Reiter-Outfit. Funkelnde Kristalle haben längst auch die Ausrüstung des Pferdes erobert! Wer modisch noch etwas wagemutiger ist, der traut sich an Nieten, die nämlich sind, ebenso wie dekorative Absteppungen, der letzte Schrei.

Einige Hersteller offerieren dem kreativen Reiter übrigens, selber als Designer tätig zu werden und ihren ganz eigenen Look zu entwerfen. Je nach persönlichem Gusto wird das Jacket oder der Frack dann geschnitten und verziert. Total in: Das stolz präsentierte Labeling! Ob Firmeninitialen im Big Print oder Markennamen komplett aufgestickt, die Hersteller verleihen ihren eigenen Werken so den letzten Glanz.

Starkes Doppel

Das was die Turniermode heutzutage so schick macht, ist nicht nur farblichen Auffälligkeiten zu verdanken. Schnittführung und Materialauswahl tragen ihren Teil dazu bei, dass aus ordentlicher Reitbekleidung echte Sportfashion wird!

Das starke Doppel aus Fashion und Funktion sorgt für ein Höchstmaß an Komfort – vom Shirt über das Jacket bis hin zur Turnierreithose.

Das modische Show-Shirt von heute ist zumeist aus anschmiegsamem Microfaser-Material mit deutlichem Stretchanteil gefertigt und punktet mit allerlei Textiltechnologien. Temperaturregulation ist auch hier wieder ein ganz großes Thema. Integrierte Woll- und Fleecestoffe bieten Bequemlichkeit und Atmungsaktivität.

Viele Shirts überzeugen darüber hinaus mit feuchtigkeitsregulierender Qualität und die belüftenden, geschickt platzierten Netzeinsätze. Eingewebte Silberfäden versprechen ein Höchstmaß an Hygiene – und die kann man gerade bei einer schweißtreibenden Aufgabe im Parcours oder im Viereck wirklich gut gebrauchen: Die Silberfaser wirkt sich durch die Bekämpfung geruchsbildender Bakterien antimikrobiell aus. So hat übler Schweißgeruch keine Chance.

Softe Sakkos

Das im Outdoor-Bereich so bewährte Softshell-Material hat sich längst auch auf der Wettkampfbühne durchgesetzt und verleiht Sakkos und Jackets sowohl im Damen- wie auch im Herrenbereich ein absolut angenehmen Tragekomfort. Durch eine extrem hohe Bi-Elastizität, ein geringes Eigengewicht und der guten Atmungsaktivität stehen die Sakkos für ein gutes Tragegefühl und optimale Bewegungsfreiheit.

Das Themenduo Funktion und Fashion setzt sich auch bei den Turnierreithosen zunehmend durch. Hightech-Textilien sorgen für softes Tragefeeling, Elastik-Einwebungen garantieren Bewegungsspielraum und Bequemlichkeit.

Schick zu Fuß

Auch der Stiefel von heute kommt nicht mehr allein in schwarz daher. Mit Blautönen oder auch braunen Variationen halten Sie mit der Mode Schritt und zeigen, wie schön ein gut liegendes Reiterbein sein kann. Das muss übrigens gar nicht unbedingt im Stiefel stecken. Der Stiefelschaft mit farblich passender Stiefelette ist längst auch auf dem Turnier zugelassen und bietet nicht nur eine kostengünstige sondern inzwischen auch eine modisch durchaus attraktive Alternative.

Hilfe Hitze – weißt Du, was Marscherleichterung bedeutet?

36 Grad und es wird noch heißer… wer will da in gedecktem Sakko schwitzen. Um den Reitern auch bei hochsommerlichen Temperaturen ihren sportlichen Einsatz auf dem Turnier so angenehm wie möglich zu machen, können die Richter „Marscherleichterung“ erteilen. Das wird vor Beginn der Prüfung entschieden und durchgegeben. Wenn du also durchs Mikro das „Zauberwort“ Marscherleichterung hörst, kannst Du Dein Jacket getrost auf dem Kleiderbügel lassen. In der Regel gibt es Marscherleichterung nur im Parcours. Selten auf dem Dressurviereck. Und auf Grand Prix-Niveau schwitzen die wirklich hart gesottenen selbst bei 30 Grad Plus im edlen Frack!

Nass macht Spaß – Prüfung reiten im Regen.

Um bei frischen Temperaturen und kräftigen Regengüssen weitest gehend trocken zu bleiben, ist es erlaubt, das Jacket bei wirklich widrigen Wetterverhältnissen durch eine Regenjacke, einen Anorac oder ähnliches zu ersetzen. Reite jedoch nicht mit einem quietschgelben Friesennerz in die Prüfung sondern mit einer Sportjacke in gedeckter Farbe. Durchsichtige Regenchaps oder weiße Regenhosen können im schlimmsten Fall für trockene Beine sorgen.


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