Ein Tag auf dem Turnier – so fühlt sich Dein Pferd beim Wettkampf wohl

Aufstehen morgens um halb vier. Ab in den Stall. Pferd putzen, einflechten, aufladen. Dabei: Ein starker Coffee To Go, ansteigendes Adrenalin und ein großes Vorhaben: Top Leistungen abliefern in den Prüfungen. So geht er nicht selten los, der Tag auf dem Turnier.

Wie Du diesen besonderen Tag für Dein Pferd so angenehm wie möglich gestaltest, liest Du in diesem Blogbeitrag. Dieser Blogbeitrag bildet den Auftakt zu einer Reihe von wichtigen Tipps und Informationen rund ums Thema Turnier, mit dem wir Dich während der grünen Saison auf dem Laufenden halten wollen.

Von früh bis spät

Ein Tag auf dem Turnier kann sehr lang sein. Oft lohnt es sich einfach nicht zwischen den Prüfungen zurück in den heimischen Stall zu fahren, um das Pferd für eine Pause in die Box zu stellen. Die Fahrtstrecke währe zu weit, die Fahrzeit zu lang. Aus diesem Grund verbringen Ross und Reiter häufig den gesamten Tag auf dem Turnierplatz.

Wenn Du mit Deinem Pferd viele Stunden auf dem Turnier verbringst, solltest Du alles daran setzen, Deinem Pferd seinen Aufenthalt auf dem Turnier so angenehm wie möglich zu gestalten. Schließlich soll es sich wohlfühlenoptimale Leistungen bringen und auch beim Aufladen zum nächsten Turnier wieder motiviert auf den Anhänger steigen.

Auch Du selber sollst Dich natürlich wohlfühlen und den Tag trotz (positivem) Prüfungsstress in vollen Zügen genießen.

Aufgelistet – warum Du unbedingt einen To Do-Plan schreiben solltest

Der ideale Tag auf dem Turnier beginnt auf dem Papier und zwar mit einem sauber ausgearbeiteten Ablaufplan nebst Liste für das Equipment für Ross und Reiter. Diese To Do- Listen bilden die Basis der gesamten Turnierorganisation und nicht nur Turniereinsteiger sondern auch Profireiter tun gut daran, solche Turnier-Check-Listen zu führen.

Ablaufplan – so erstellst Du Deine persönliche Zeiteinteilung

Zu den To Do-Listen gehört neben einem Zeitplan – mit genügend Zeitpuffern – auch eine Packliste. 

Wenn Du den Zeitplan ausarbeitest: Plane genügend Zeit für die Anfahrt ein, und addiere auf die reine Fahrzeit mindestens 30 Minuten für Stau und mögliche Umwege drauf.

Wenn es eine festgeschriebene Startzeit für Dich gibt, wie beispielsweise in der Dressur bei der Vielseitigkeit und manchmal auch in reinen Dressurprüfungen, kannst Du Deinen Zeitplan sehr konkret ausarbeiten. Hier kannst Du ziemlich genau ausrechnen, wann Du dran bist und dann planen, wann genau Du vor der Prüfung vor Ort sein musst.

Bei Startlisten, die erst eine Stunde vor der Prüfung erscheinen, ist das natürlich ein bisschen kniffliger. Aber auch hier kannst Du anhand der genannten Teilnehmer und der Startfolge eine grobe Zeitrechnung anstellen.

INFO: Wusstest Du, dass der Veranstalter Prüfungen nicht nur nach hinten verschieben kann, sondern auch vorziehen kann. Meist steht das explizit in der Ausschreibung. Es kann also vorkommen dass Du früher fertig sein musst als ursprünglich angenommen. Auch das musst Du bei Deinem Ablaufplan für das Turnier bedenken.

Kalkuliere auf jeden Fall genügend Zeit fürs Ankommen auf dem Turnier ein. Du musst einen Parkplatz finden, zur Meldestelle gehen und Deinen Koffein-Pegel im Kaffee-Zelt wieder anheben. Dann musst Du Dein Pferd abladen, nochmal überputzen und es fertig machen. Natürlich musst Du Dich selber auch für die Prüfung in Schale schmeißen. Das alles sollte ohne Zeitdruck über die Bühne gehen. Plane also auch hierfür genügend Zeit ein.

Apropos „In Schale schmeißen“… Was wäre eine Tag auf dem Turnier ohne perfektes Turnier-Equipment? Wenn Du wissen willst, wie Du Dich und Dein Pferd nicht nur modisch sondern auch praktisch und auch regelkonform ausrüstest, freue Dich schon jetzt auf unseren Extra-Blogbeitrag zum Thema „Die perfekte Turnierausrüstung für Ross und Reiter“.

Optimale Balance – was Du beim Abreiten bedenken musst

Wenn Du weiter im Zeitplan fortschreitest, denke daran, dass Du das Abreiten sehr sauber planst. Natürlich ist es wichtig, dass Du Dein Pferd lange genug abreitest. Es muss zunächst gelöst, dann in positive Prüfungs-Attitüde gebracht werden. Aber: Wenn Du mehrere Prüfungen mit einem Pferd pro Tag reitest, darfst Du es auch nicht durch zu langes Abreiten müde machen. Wie Du Dein Pferd richtig abreitest und „auf den Punkt“ in die Prüfung startest, verraten wir Dir in einem separaten Folge-Blog „Abreiten leicht gemacht – wie Du Dein Pferd ideal für die Prüfung vorbereitest“.

INFO: Wusstest Du, dass die Anzahl der Starts pro Pferd pro Turniertag begrenzt ist? Maximal drei Prüfungen sind überhaupt erlaubt. In manchen Fällen dürfen auch nur zwei Starts pro Tag genannt werden. Lies also die Ausschreibung diesbezüglich ganz genau durch!

Wenn Du eine Vielseitigkeit genannt hast, solltest Du wissen, dass das Springen häufig eine halbe Stunde nach der Dressur geritten werden muss. Innerhalb dieser nur dreißig Minuten musst Du den Dressursattel gegen den Springsattel eintauschen. Du musst Vorderzeug und Gamaschen anlegen und gegebenenfalls auch die Zäumung ändern. Das kostet Zeit. Darüber hinaus musst Du Dein Pferd noch abspringen. Deshalb ist es wichtig, dass Du den Parcours bereits vor der Dressur abgegangen bist! Plane das bei Deiner persönlichen Zeiteinteilung ein!

Auch das zweite und möglicherweise das dritte Mal Abreiten muss im Kontext des Gesamt-Turniertages zeitlich getaktet werden.

Perfektes Management rund um die Uhr

Jetzt hast Du viele Anhaltspunkte, die Du in Deinen Zeitplan einfließen lassen musst. Neben der reinen Zeitorganisation spielt auch das Management Deines Pferdes eine zentrale Rolle für ein erfolgreiches Turnier. Hier gilt es, die Kräfte Deines Pferdes einzuteilen und ihm soviel liebevollen Support zukommen zu lassen, wie irgend möglich!

Sorgfältiges Abpflegen

Genauso wichtig wie das Vorbereiten auf die Prüfung ist vor diesem Hintergrund das Abpflegen nach der Prüfung.

Absolutes No Go: Ausrüstung runter reißen, Pferd auf den Anhänger schieben und ab zur Pommesbude!

Das Abpflegen beginnt im Grunde mit dem Cool Down nach der Prüfung, in dem das Pferd zunächst noch einmal gelöst wird und dann im Schritt trocken geritten wird. Wenn die Ausrüstung ab ist, wird das Pferd im günstigen Fall noch einige Minuten am Halfter geführt und einmal übergeputzt und wenn nötig eingedeckt. Danach solltest Du Deinem Pferd Wasser anbieten. Du kannst es nun grasen lassen oder ihm seine Turnierration Kraftfutter vorlegen.

INFO: Manche Pferde mögen kein fremdes Wasser. Wenn Dein Pferd fremdes Wasser erfahrungsgemäß nicht trinkt, dann musst Du von zu Hause Wasser im Kanister mit nehmen.

Nun kannst Du Dein Pferd aufladen.

Frisch und sauber – so steht Dein Pferd gern auf dem Anhänger

Gerade wenn zwei Pferde auf dem Anhänger stehen, wird der Laderaum schnell warm. Das musst Du bedenken, wenn Du die Heckklappe und möglicherweise auch das Windschott schließt. Garantiere in diesem Fall zumindest Luftzufuhr durch die Fenster und auch durch die Fronttür. Ist das Wetter gut und stehen die Pferde ruhig, sollte man die Anhängerklappe geöffnet lassen!

Um den Anhänger sauber zu halten, nimm zusätzlich zum Besen auch einen Mistboy mit zum Turnier. In den letzten Jahren weisen immer mehr Veranstalter darauf hin, dass Mist nicht einfach vom Anhänger auf den Parkplatz gefegt werden soll. Alternativ dazu stellen sie Container auf, auf den Du den Mist bringen kannst.

Wasser Marsch – warum Pinkel-Pausen auch gesundheitlich wichtig sind

Manche Pferde – gerade Wallache – urinieren nicht auf dem Anhänger. Egal wie nötig sie auch müssen. Auch wenn häufig gesagt wird, „der wird schon irgendwann machen“, musst Du wissen: Pferde zeigen hier ein erstaunliches Durchhaltevermögen, das durchaus nicht immer positiv ist. Schnell entsteht nämlich aus dem überlangen „Anhalten“ eine Harn-Kolik, die dann vom Veterinär mit krampflösenden und harntreibenden Medikamenten behandelt werden muss.

Streue den Anhänger genügend dick ein. Das motiviert die Pferde ebenso zum Urinieren wie ein Partner-Pferd, das sich entspannt und gewissermaßen vorbildlich auf den Anhänger erleichtert. Manche Pferde stallen lieber auf dem Anhängerparkplatz beispielsweise auf einem sandigen Plätzchen. Das musst Du ausprobieren. Hilft dieses Spazierengehen nicht, so musst Du eine Pinkel-Box organisieren. Das sollten Sie am besten bereits vor dem Turnier mit dem Veranstalter abklären. Wenn das Turnier direkt an einer Reitanlage stattfindet, dürfte das kein Problem sein, ansonsten muss man eben aufladen und die Kilometer bis zum nächsten Betrieb fahren. Ein Boxenstopp ist auch für Pferde, die sehr ungern auf dem Anhänger stehen, eine wirkliche Erleichterung. Last but not least, ist das Belegen einer Gastbox auch bei extrem heißen Temperaturen und fehlendem Schatten auf dem Anhängerparkplatz zu überdenken. Das sind gut und entspannt eingesetzte Euros für Boxenmiete.

INFO: Es gibt (vorbildliche) Veranstalter, die eine extra „Pinkel-Box“ für die Turnierpferde vorgesehen haben.

Schattenspiele – warum Du morgens in den Himmel schauen solltest

Apropos Schatten. Kommt man im Sommer frühmorgens aufs Turnier, sollte man seinen Parkplatz so wählen, dass er möglichst während der heißen Mittagsstunden im Schatten liegt – wenn es denn welchen gibt. Oft wundert man sich, warum gerade eine bestimmte Region auf dem Parkplatz bereits morgens sehr gut belegt ist. Erklärung: – Da parken häufig „Insider“, die wissen, wie sich die Sonne dreht und wo es später am Tag auszuhalten ist…

Platzprobleme – so gut tut Bewegung

Anders als im komfortablen LKW ist auf dem normalen Anhänger der Platz für die Pferde ein wenig begrenzter. Damit die Pferde nicht zu steif werden, solltest Du sie bei längeren Pausen zwischen den Prüfungen ruhig hin und wieder vom Anhänger nehmen. So können sie sich beim Grasen ein wenig die Beine vertreten. Ebenfalls bewährt, der Seitenwechsel auf dem Anhänger. Tausche die Pferde in ihrer Standposition also durch und wechsel das Pferd, das rechts steht nach links und umgekehrt.

Sehr ruhigen Pferden kann man einen mobilen Paddock am Anhänger bauen, sofern der Veranstalter das nicht explizit in der Ausschreibung oder der Zeiteinteilung untersagt. Für solch einen Mini-Paddock benötigst Du neben genügend Platz einige Kunststoffstaken, E-Litze und ein E-Zaungerät.

Nur kein Neid – wie Deine Pferde stressfrei fressen

Selbstverständlich muss Dein Pferd während eines langen Turniertages auch fressen. Oft verhindert die Zeiteinteilung, dass die Rationen zu den gewohnten Futterzeiten gereicht werden können. Füttere spätestens zwei Stunden vor dem Start Kraftfutter. Während des Transports und auch während der Standpausen, kann das Pferd Heu aus dem Netz knabbern. Wenn Du zwei Pferde auf dem Anhänger hast, musst Du garantieren, dass beide Pferde ans Heu heranreichen. Sind die Pferde sehr futterneidisch, sollte das Kraftfutter aus dem Eimer gereicht und unter Aufsicht gefüttert werden.

Open End – erst das Pferd dann gute Nacht

Endet der Turniertag mit einer langen Fahrt nach Hause, so sollten die Pferde hier nicht direkt vom Anhänger in die Box gebracht werden. Führe Dein Pferd noch einige Runden über den Hof, oder lasse es sich sich noch einmal im Paddock wälzen.

Ein liebevolles Turniermanagement mit sorgfältigem Abflegen Deines Pferdes nach der Prüfung und daheim steht immer an erste Stelle. Das gilt im Übrigen auch für den Fall, dass das Turnier nicht erfolgreich war und Du mit den gebrachten Leistungen unzufrieden bist

Es ist leider so, dass Pferde, die mit Schleifen dekoriert Heim kommen, ungleich liebevoller versorgt werden, als diejenigen, die gepatzt oder sich schlicht nicht benommen habe. Dann ist (kurzfristiger) Ärger zwar durchaus verständlich, darf sich aber in keiner Weise auf die Behandlung des Pferdes auswirken!

Wir vom Team Kieffer wünschen Dir und Deinem Pferd eine tolle und erfolgreiche Turniersaison!!!

Der Erfolg auf dem Turnier misst sich übrigens nicht nur in Schleifen. Wenn Du gemeinsam mit Deinem Pferd in den Prüfungen eine für Euch gute Leistung zeigst, wenn Ihr harmonisch und weitesgehend stressfrei im Turniergeschehen unterwegs seid, und Ihr am Ende des Turniers wohlbehalten und mit einem guten Gefühl heimfahren könnt, ist das tatsächlich schon eine ganze Menge!!!

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